Ab und an ist es einfach rückwirkend erhellend, wie sich früher Autoren Problemen angenommen haben, von denen man meinen könnte, sie beträfen nur die aktuelle Zeit. Karl Jaspers hatte 1962 sich Gedanken darüber gemacht, wie man mit Informationen umzugehen hat. Wem man vertrauen kann und was sie konkret bedeuten. Er klagte:
Die Überschwemmung durch Zeitungen und Bücher ist nicht zu umgehen, wenn Freiheit der Information sein soll. Man ertrinkt in der Flut, die als Masse von Unwesentlichem das Wesentliche mit hinwegschwemmt. Manche Unberufene schreiben umständlich über belanglose Sachen, schreiben, um zu schreiben. Zeitungen und Zeitschriften müssen ständig in gleichem Umfang gefüllt werden. Um so wichtiger die Namen von Rang und die bescheidenen, redlichen Schriftsteller, die man bis in die letzten Provinzzeitungen finden kann. Wer liest ohne die Kraft schnellen Findens bei diagonaler Durchsicht und wer die Tagespresse nicht schnell erledigt, der wird überfüllt mit einem Ragout von Themen. Er findet sich am Ende in einem Zustand öder Leere. Gewöhnt, gar nicht eigentlich zu lesen, verliert er das eigene Denken, das bei der Sache hält.
Kommt einem das nicht irgendwie bekannt vor? Unterm Einfluss der neueren Medien mögen sich die Akteure an Anzahl vervielfacht haben, aber das Grundproblem selbst ist offenbar ein altes. Jaspers hatte noch Hoffnung darauf, dass er für den Grad der Informiertheit auch den Informierten selbst mit in die Pflicht nahm.