Internet

Die Zukunft der Netze (1979) und das Ende der Öffentlichkeit (2011)

Kreidler hat mich daran erinnert, dass auch ich einmal vor einiger Zeit im Auge des philosophischen Hurrikans der Postmoderne mich befand. Wir lasen damals ein Buch mit dem Titel "Postmoderne oder Der Kampf um die Zukunft". Es erschien 1988, herausgegeben von Peter Kemper. es war Begleittext zu einer Senderreihe des Hessischen Rundfunks, die sich mit dem Phänomen der Postmoderne befasst hat. In diesem Band dan Gérard Raulets Beitrag "Leben wir in einem Jahrzehnt der Simulation? Neue Informationstechnologien und sozialer Wandel", in dem wiederum Lyotards Deutung der Zukunft einer informierten Gesellschaft zu finden ist, die in seinem Text "Das postmoderne Wissen" stand, das 1979 veröffentlicht wurde. Da war ich 15 und Adorno 10 Jahre tot. Da steht: 

„Die Informatisierung der Gesellschaften kann das - erträumte - Kontroll- und Regulierungsinstrument des Systems des Marktes werden, das, auf das Wissen selbst erweitert, ausschließlich dem Prinzip der Performativität (der Sprachfähigkeit) gehorcht. Sie bringt dann unvermeidlich den Terror mit sich. Sie kann auch den über die Metapräskriptionen (d. h. den Voraussetzungen) diskutierenden Gruppen dienen, indem sie ihnen die Informationen gibt, die ihnen am meisten fehlen, um in Kenntnis der Sachlage zu entscheiden. Die Linie, die man verfolgen muß, um sie in diesem letzteren Sinn umzulenken, ist im Prinzip einfach: die Öffentlichkeit müßte freien Zugang zu den Speichern und Datenbanken erhalten.“

Und? Kommt einem das nicht bekannt vor? Ist nicht hier in den vorgeschlagenen Alternativen genau benannt, was noch heute die Ränder unserer Informationsgesellschaft ausmacht? Freier Zugang für die Öffentlichkeit auf der einen Seite vs. Kontroll- und Regulierungsinstrument des Marktes (und des Staates - der aber auch als Funktion des Marktes verstanden werden darf)? 

Flasche

Reanonymation

Es ist interessant, zu beobachten, wie Phänomene und Probleme verschwimmen, nur weil man sich wenig und zu kurze Gedanken macht. Die aktuelle Diskussion über den Wert oder Nutzen von Anonymität ist so ein Fall.  Da hat man beispielsweise Anonymität als Inbegriff des Schutzes der Privatsphäre und auf der anderen Seite die Anonymität des Individuums in der Masse. Einmal eine Art Schutzmechanismus zur Wahrung der Identität und im anderen Fall deren Auflösung. 

Anonymer Schneepflug

Kalter Krieg?

Kalter Braten? Facebook vs. Google(+plus).

Konkurrenz ist gut - Kontrolle ist besser.

Zettelkasten

Er, Kusanowsky, sagte, mit anderen einen kollaborativen Zettelkasten betreffend: „gegen erfahrung kannst du nichts machen.“

Ja.

Spieß umgedreht - erspießt

Die Realität des Internets gräbt sich bereits tief in die Köpfe der jungen Leute ein. So leht lehrt einen das Internet, dass dort immer alles zu jeder Zeit zur Verfügung steht. Warum sollte es sonst nicht auch der Fall sein, im übrigen Leben.

Die Website fragt doch nur selten, ob sie zur Verfügung steht. Ein Ruf, ein Call. Fertig. Und macht man es anders, ist man eben altes Eisen. Hat schlechte Laune oder ähnliches.

Die Hörigkeit fordert sich heute ebenso von unten wie oben ein. Dann lieber Spielverderber  ...

© huflaikhan

Deutschland vor der Konsole

Ich bin von gestern. Bei der Datenpanne bei Sony hat mich am meisten gewundert, dass es 77 Millionen Nutzer im Netz gibt, die das Sony-Teil nutzen. Fast ganz Deutschland an der Spiele-Konsole vernetzt, übertragen. Was für ein Bild und ein für mich gar nicht so angenehm ausschauendes außerden.

Aber ich bin ja auch von vorgestern

© huflaikhan

Drupal 6 kommt vor 7

Und es scheint ja irgendwie doch geklappt zu haben. Das Update, vor dem ich mich so sehr gefürchtet habe, ist vollzogen. Bestimmt geht jetzt einiges nicht. Dafür anderes ;-)

Grüne Neune

Es ging nicht anders. Ich musste jetzt auch noch ein Update auf diese tote Seite aufspielen. Bei der Gelegenheit musste ich sehen, dass es sogar einige Kommentare gab, von denen ich nichts mitbekam.

Ich danke den Menschen, die hier treu blieben.

Gedanken zum allfertigen Unfug

Warum ist das alles so öde geworden. Warum ist man so matschig geworden. Warum geht jetzt gar nichts mehr so richtig voran. Es hängt alles in derSchleife.

Einen Gedanken bauen? Der länger wäre als zwei Sekunden. Einen Blick, der länger dauerte als sieben Sekunden? Warum?

Die totale Kommunikationsgemeinschaft lähmt die Kommunikation. Oder sie zeigt an, dass sie ohnehin vor allem eines nicht wahr, frei. Die Netzsperre brauchen wir nicht. Die Netzsperre ist nicht zu fürchten, wenn die sich selbst drehenden Wortsalate ihren Inhalt so aufsaugen, dass die Beschäftigung der scheinbaren Abwehr zum einzigen Inhalt wird.

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