Am 19. November haben die deutschen Musikhochschulen zusammen zu einem Aktionstag musikalische Bildung eingeladen und aufgerufen. Alle Hochschulen für Musik haben sich beteiligt, so auch die beiden Berliner Ausbildungsstätten, die Hochschule für Musik Hanns Eisler und die Musikabteilung der UdK. Ein paar Eindrücke von diesem Tag hat nmzMedia in knapp vier Minuten aufgesammelt und zusammengestellt.
Relativ unterschiedlich waren übrigens die beiden Herangehensweisen an den Hochschulen. Während man in der UdK ein ausgeklügeltes Programm unter dem Motto „Wie entsteht Musik?“ zusammengestellt hat, wurde an der Musikhochschule Hanns Eisler im Ostteil der Stadt eher auf Musikpraxis in Vorführungen, Konzerten und Einblicken in die Unterrichtspraxis geschaut. Das Fazit fällt durchwachsen aus, zumindest für Berlin. … mehr lesen … über Durchwachsen – Eindrücke vom Aktionstag musikalische Bildung in Berlin
Es gehört zum Wesen und Kultur und Kunst, dass man experimentieren muss. Experimente kann man notfalls etwas kalkulieren, der Ausgang aber soll offen gestellt bleiben. Heute experimentiert man an Kultur, Kunst und Kind, das Ziel und Ergebnis stehen aber schon fest. Ob es es sich um die Initiative „Jedem Kind ein Instrument“ im Ruhrgebiet handelt oder „Primacanta“ in Hessen. Das Experiment richtet sich nicht auf Kultur, sondern auf den Menschen. Essen wird Kulturhauptstadt, also werden Kinder im wahrsten Sinne des Wortes zum Feiermaterial instrumentalisiert.
In Hessen wärmt man die 50er Jahre wieder an und fährt im Spruch- und Fahrwasser eines Felix Oberborbeck, der an der pädagogischen Hochschule Vechta ab 1949 das Ziel ausgab, dass ganz Friesland … mehr lesen … über Keine Experimente oder Die Versuchsanordnung
„Das Grundsatzpapier der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Diskussion.“ So untertitelt erscheint heute ein Buch, das sich mit den Vorschlägen eben jener Stiftung auseinandersetzt. Sieben Autoren beleuchten von verschiedenen Seiten aus dieses „Grundsatz-Papier“, welches am Ende auf die Zementierung eines musikalischen Werkkanons hinausläuft und diesen verbindlich für den Musikunterricht vorschreiben möchte. Wie und ob dies überhaupt zu rechtfertigen ist, ist Gegenstand dieser Untersuchungen.
Christian Rolle zweifelt, ob sich die schwierige Frage, welche Inhalte im Musikunterricht thematisiert werden sollen, durch beliebige Verbindlichkeiten beantworten lässt. Christopher Wallbaum interpretiert den im Papier vorliegenden Musikbegriff. Hans Jünger und Dorothee Barth forschen nach den Motiven, die zu einem an abendländischen Kunstwerken orientierten Musikunterricht führen können. Frauke Heß beschäftigt sich mit der Renaissance des Bildungskanons und Jürgen Vogt stellt vorbereitende Überlegungen an zu einem Kerncurriculum Musik. Hermann J. Kaiser schließlich deckt den ideologischen Hintergrund der »Bildungsoffensive durch Neuorientierung des Musikunterrichts« auf.