„Alle illegalen downloads haben der deutschen Dokumentarfilmbranche materiell weniger geschadet als die Vertragspraxis von ARD und ZDF an einem einzigen Tag.“ (Quelle: Carta)
Große Auftritte, kleine Folgen: Vielerorts wurde der Auftritt von Marcel Reich-Ranicki beim Deutschen Fernsehpreis von der Kritik erfreut beklagt. Auftritt und Kritik bleiben jedoch eine Luftnummer. Reich-Ranicki, der wohl zwischen Helge Schneider und Helen Schneider nicht zu unterscheiden vermag, war der perfekte Aufmerksamkeitsablenker, zu allem Überfluss womöglich nicht einmal selbstverschuldet.
Dabei wird seit einigen Jahren schon hartnäckig am Körper des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gekämpft. Die Initiative „Das GANZE Werk“ kämpft sich Sendestrecke für Sendestrecke, Jingle für Jingle, durch den aktuellen Rundfunkwahnsinn und macht trotzig manchen Boden gut – gegen die zunehmende Selbstdisqualifizierung des Rundfunks im Norden und in Berlin. Statt spektakulärer Scheingefechte im sinnentfernten Fernsehprogramm werden hier kreativ und präzis diskussionswürdige Entwicklungen kritisiert und dokumentiert. … mehr lesen … über Aufmerksamkeitsenthaltsamkeits-Atrophie
Der Aufschrei war groß, aber das Gejammer blieb klein, als Marcel Reich-Ranicki die Annahme des Deutschen Fernsehpreise ablehnte: Vor einem teils ungläubigen Publikum, das sich in seiner glotzenden Einfältigkeit hinsonnte. Zaghaft schubste man den alten Mann von der Bühne mit dem Versprechen, öffentlich die Sache auszudiskutieren. Denn es gehe schließlich um Kultur und Bildung. Eine ganz erstaunliche Angelegenheit in dem sonst so komplett zur Verblödung tendierenden Medium, das Hans Magnus Enzensberger einmal ein Nullmedium nannte. Nur wurde nichts draus, aus der der Diskussion. Aus einer Stunde wurde eine halbe, aus der besten Sendezeit wurde Freitag 22:30 Uhr. Das ZDF hat damit offensichtlich seinen Kultur- und Bildungsauftrag für das restliche Jahr erfüllt. Ist doch alles Bestens, zumal niemand ernsthaft geschädigt wurde.
Es gab ein kleines Strohfeuer der Zustimmung: Elke Heidenreich und Götz George fanden den Auftritt des Literaturkritikers voll korrekt. … mehr lesen … über -dung
Was sich die GEZ teilweise erlaubt, ist nicht feierlich. Da ist es schön, wenn sie ab und an einen Dämpfer erhält. So geschehen vor dem Landgericht Braunschweig.
Ein von der Gebühreneinzugszentrale für Rundfunkgebühren (GEZ) für einen in der Privatwohnung beruflich genutzten PC ausgestellter Bescheid über eine Rundfunkgebühr zusätzlich zu bereits angemeldeten und bezahlten Privatgeräten ist rechtswidrig. Das hat das Verwaltungsgericht Braunschweig in einer Verwaltungsrechtssache am heutigen Mittwoch entschieden (Az. 4 A 149/07). … mehr lesen … über Letzte Erinnerung - GEZ und anderes
Der Bayerische Rundfunk denkt intensiv über die Abschaffung des Senders Bayern4Klassik nach. Siehe diesen Leitartikel „Jugendwahn“ in der nmz. Das hat für erstaunlich viel Wirbel gesorgt. Nun legt die SZ mit einem Interview des Hörfunkdirektors nach. Auffällig ist die Wortwahl von Herrn Grotzky. Da gilt es wie in einer Schlacht, „Menschen ins Feld zu führen“ und „Leute zu mobilisieren“. Angeordnet wird also eine Mobilmachung der Klassikhörer. Die sollen nicht mosern sondern BAyern4Klassik hören.
Grotzky: Mir tut es sehr leid, wenn zwei hochwertige Angebote gegeneinander ausgespielt werden. Bayern 4 Klassik hatte natürlich einen Vorteil von der Debatte — es sind viel mehr Menschen über den Kanal informiert worden, als Bayern 4 Klassik hören. Und wenn der Bayerische Musikrat sein Mitgliederpotenzial von einer Million Menschen ins Feld führt, dann nehme ich das gerne an — wenn der Rat seine Leute endlich mobilisiert, Bayern 4 Klassik zu hören, statt zu protestieren. [Das GANZE Werk]
Das hat was von, solange ihr eure Füße unter meinen Tisch steckt, sage ich euch, was Ihr hören müsst, damit ihr es hören könnt. In diesem Zusammenhang dann von „hochwertigen Angeboten“ zu sprechen — also von Angeboten — also Angebote, die man hören muss, scheint mir auch eine Verkehrung der Wirkung. Mal abgesehen davon, dass ich gerne wüsste, wie Herr Grotzky die Annahme verfizieren möchte, dass die Leute Bayern4Klassik nicht hören. War er in deren Wohnung? … mehr lesen … über Grotzky als Rundfunkfeldherr
rbb - der dümmste Sender Deutschlands. Eine Justitiarin, die für die Einführung von Zensur ist. Dummheit darf nicht länger dokumentiert werden. Das Ganze Werk dokumentiert den öffentlich-rechtlichen Hirnriss.
Der Rundfunk treibt Blüten im Zeitalter seines Abgangs. Neuerdings scheint es durchaus wieder modisch zu sein, die Abflachung des Kulturniveaus durch braunumrandete Rundfunkideen zu legitimieren. Der Musikchef des RBB (Radio Berlin-Brandenburg), Dr. Christian Detig, verwies ohne große Umschweife auf Reichspropagandaminister Joseph Goebbels und zitierte ihn verkürzt: Das Programm des Rundfunks muss so gestaltet werden, dass es den verwöhnteren Geschmack noch interessiert und dem anspruchslosen noch gefällig und verständlich erscheint. Dabei soll besonderer Bedacht auf die Entspannung und Unterhaltung gelegt werden, weil die weitaus überwiegende Mehrzahl aller Rundfunkteilnehmer einen Anspruch darauf hat, in den wenigen Ruhe- und Mußestunden auch wirklich Entspannung und Unterhaltung zu finden. Dem gegenüber fallen die wenigen, die nur von Kant und Hegel ernährt werden wollen, kaum ins Gewicht.
Detig ergänzte unvoreingenommen und neonaiv: Und ich behaupte mal, das könnte so ohne große Abstriche jeder ARD-Intendant auch unterschreiben, ich übrigens auch, ich l … mehr lesen … über Funk-Krach
Amen. Die Bereitschaft von Schüler, etwas lernen zu wollen, hat leider nachgelassen. Deswegen gucken wir jetzt auch nur noch Fernsehen in der Schule. Leiderleiderleider. Das Interesse an Bildung und Kultur hat leider ebenfalls nachgelassen. Darum schließen wir die Klassik- und Kulturwellen im Rundfunk umgehend. Leider! Die Bereitschaft, das Hirn zu benutzen, hat leider nachgelassen. Die Bereitschaft, selbständig zu denken, hat leider nachgelassen, deshalb lassen wir es sein. Die Bereitschaft, zu leben hat ebenfalls leider nachgelassen, deshalb bringen wir uns besser um. … mehr lesen … über Nachlässigkeit
Vor wem versteckt sich eigentlich der NDR. Vor sich selbst? Vor sich selbst. Seit Monaten geht nun das Gezeter um eine Auseinadersetzung über ihre sog. Kulturwelle: Zusagen, Umbelegungen, Vorwürfe etc. pp. Das ist alles sehr schön nachzulesen bei „Das GANZE Werk“.
Der Programmdirektor Hörfunk des NDR, Gernot Romann, hat sich zu den Veränderungen bei Radio 3 respektive NDR KULTUR im Klassikclub Magazin geäußert. Den Startpassus habe ich schon zerlegt. Interessant ist aber auch seine Einlassung zum Reichweitenverlust in den Jahren 2001/2002.
Vor rund drei Jahren sahen sich Programmverantwortliche und Programmmacher von NDR Kultur (damals Radio 3) mit alarmierenden und bis dato nie da gewesenen Einbußen von Reichweite konfrontiert. Der dramatische Hörerverlust in Hamburg von 3,0 Prozent Hörer gestern im Jahre 2001 auf 0,7 Prozent im Jahr 2002, bildete schließlich den Ausgangspunkt für grundlegende Programmanalysen und -überlegungen sowie für sorgfältige und umfangreiche Medienforschungsaktivitäten.
Dem folgte dann ein Aufzählung der Aktivitäten wie zum Beispiel eine Vorfeld der Reform durchgeführte Studie von Dr. Josef Eckhardt (mal sehen, ob man die zu Gesicht bekommen kann). Es wurde also gehandelt — und wie! Nur, wurde denn die Ursache ermittelt für den Reichweitenrückgang von 2001 auf 2002? Was ist denn in diesem Jahr verdammt nochmal passiert? Hat sich die Hörerschaft innerhalb eines Jahres so komplett verändert? Oder war es vielleicht nur so, dass sich die Hörer angesichts der “Jahrhundertflut” mehr für aktuelle Pegelstände interessierten als für eine Beethoven-Sonate? Was ist in diesem Jahr passiert? Das Programm wird ja wohl ähnlich geblieben sein: Was heißt das denn? Einmal hören 3 Prozent zu, ein andermal nur 0,7 Prozent. … mehr lesen … über Panik beim NDR