Ich bin fast fest davon überzeugt, dass gerade das Internet in seiner bekannten Form verschwinden wird. Zumindest für die große Maße der Netzkonsumenten. Der Gedanke, man müsse den Inhalt retten (Blogs und Nutzergenerierte Inhalte zum Beispiel), um damit den Status wiederherzustellen, den Blogs einmal hatten und zu dem auch gehörte, mehr oder weniger Besitzer der Daten zu sein, zu wissen, wo sie liegen und selbst einigermaßen darüber zu verfügen, dieser Status ist eine schöne und großartiige Sache - aber wohl Schnee, der sehr schnell endgültig wegtaut.
Irgendwo im netz meinte jemand, die nachwachsende Generation habe andere Ansprüche, die sie stelle und auch verwirkliche (bzw. verwirklichen lasse). Alles wahr. Alles aber unwichtig. Die Dinge, von denen als dem großen Ding sprach, sind mehr so Mode-Angelegenheiten. Doch das genau ist es, was passiert. Es kommt die Zeit der Mode wieder, wie vor 100 Jahren.
Die Mode will, dass man sich separiert und sie will und wird soziale Absgeschlossenheiten herstellen. Gruppen, die für sich stehen. Und Firmen, die dieses Gruppen realisieren. Die Technik setzt da den Maßstab. Das Smartphone und das Tablet im Moment. Sie führen zur Herstellung eigener hoch an die Tools angepasster Software, Apps eben. … mehr lesen … über App! Napp! NapperlapApp! – Das Ende des Internets wie wir es bisher kannten
Es begab sich also zu der Zeit, dass der Huflaikhan den Werbeversprechen und den Kostenersparnishoffnungen einer großen Softwarefirma aus Redmond erlag und von Windows7 auf Windows8 updatete. So billig kommt man nie wieder da ran. Ein wichtiger Job war auch durch. Ein Update schien möglich. Das funktionierte auch sehr wunderbar. Bis es nach einiger Zeit zu kleinen Problemen kam. Die windowsinternen Updates klappten eher selten bis gar nicht. Was in der heutigen Zeit nicht so richtig doll ist. Also ein bisschen herumfurchteln in irgendwelchen Menüs. Diverse Lösungen gesucht über das Netz. Nichts verhalf Besserung. Dann sah ich aber plötzlich diesen verheißungsvollen Punkt "PC auffrischen" in einer der vielen bunten Menüs. Die kurzen Zeilen darin machten Mut, es werden nur unbekannte Apps gelöscht oder so.
Mut machte mir der Hinweis: "Los geht's!". Das war Dienstag aben gegen 22:00 Uhr. Die Sachen für taktlos waren auf Clouds und USB-Sticks verteilt. Alle Mails geschrieben. Das Auffrischen dauerte etwa 45 Minuten, was ich einerseits viel fand, andererseits wenig. 45 Minuten sind eine Halbzeit beim Fussball. Viel ist es dann, wenn nach gefühlten 10 Minuten die Fortschrittsanzeigen unendlich lange 99% anzeigt.
Zum Thema Sonntagsreden und Montagshandeln eine aktuelle Information des Deutschen Kulturrates - sozusagen in eigener Sache. Ergänzend zum Vortrag zuvor.
Urheberrechte abhängen mit dem Deutschen Kulturrat. Foto: Hufner
Der Deutsche Kulturrat will in Sachen Urheberrecht eine gute Figur machen. Kultur lebt ja auch von vielen Urhebern. Aber wovon leben die Urheber: Von der Kultur ihrer Vertreter? Das kann es wohl nicht sein. Sonst wären die Urheber noch ärmer. Ein trauriges Kapitel kultureller Autokannibalisierung.
Es ist sicher nicht ganz falsch, wenn man sich ab und zu einem älteren Buch zuwendet. Mittelmaß und Wahn von Hans Magnus Enzensberger ist so ein altes Buch, das einem da in die Hände fallen kann. Gleich im ersten Essay über Ignoranz gibt es bemerkenswerte Beobachtungen der Zeit (vor dem Internet).
Erstaunlich ist es auch deshalb, weil damals die Diagnose auf die Unbeherrschbarbeit der Vielfalt von Wissen eingegangen worden ist. Jedes Wissen wird potentiell, aber wahrscheinlich auch prinzipiell, innerhalb von wenigen Tagen umgeworfen. Was haben wir denn heute erst recht. Das Fernsehen ist geradezu ein Seismograph dafür. … mehr lesen … über Sabotage der Kultur
Es ist gar nicht so lange her, da war die Frage der Ausbildung der Heranwachsenden vor allem auch eine Frage des Ortes an dem man lebte. Jemand auf dem Dorf hatte nur mit Mühe und viel Hilfe die Möglichkeit, einen Platz in einer anderen Zukunft zu finden als derjenigen, in der er sich befand.
Mein Vater war sogar von einem Dorfe noch zusätzlich entfernt, weil er tief im Wald aufwuchs. Sein Vater war Förster. Mit Hilfe von Blicken von auswärts, also vom Dorflehrer, wurde er allerdings als ganz pfiffig eingeschätzt und man organisierte ihm die Möglichkeit, eine höhere Schule zu besuchen. … mehr lesen … über Als das Dorf noch nicht global war
„Alle illegalen downloads haben der deutschen Dokumentarfilmbranche materiell weniger geschadet als die Vertragspraxis von ARD und ZDF an einem einzigen Tag.“ (Quelle: Carta)
Weiter in der Aufarbeitung der Vergangenheit. Ebenfalls 1999 entstand dieses Fragment zum Thema „Geistiges Eigentum als Rohstoff der Zukunft“. Das war auch damals ein Schlagwort. Hier wurde in einem Fragment der Versuch unternommen, die Begriff in Relation zu setzen.
Tanker Eigentum. Foto: Hufner
Die Bedeutung des Eigentumsbegriffs hat sich in der letzten zeit nachhaltig verändert. Denn im Prinzip ist das, was man gemeinhin unter Eigentum im Sinne des Grundgesetzes versteht nicht vermehrbar. Das Eigentum an Grund und Boden, das Eigentum an materiellen Ressourcen ist prinzipiell beschränkt. Hier geht es eigentlich nur um Umverteilung des Bestehenden. Nur die Verwertung des materiellen Eigentums lässt sich verändern. … mehr lesen … über Geistiges Eigentum als Rohstoff der Zukunft
Zur Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit. Bei der Durchsicht der alten Kritischen Masse fiel mir wieder ein Text von 1999 auf. Darin deutete sich schon an, dass die Parteien das Thema Internet und Öffentlichkeit für lange Zeit verschlafen würden, bzw. ihre ganz eigene Auffassung vom Nutzen des Netzes haben. Im Text fehlt jeglicher Hinweis auf die Thematik „Urheberrecht“. Es spielt noch keine Rolle. Napster rollte zwar an, aber die Abwesenheit von schnellen Netzzugängen und Flatrate-Angeboten machte derlei nicht attraktiv. Herunterladen kostete noch ordentlich Geld und Zeit. Wer nur einen normalen Anschluss hatte, konnte auch während dieser Zeit nicht telefonieren (auch die Mobiltelefonie war nicht so ausgeprägt).
Die den Text ergänzenden Links sind in 8 von 10 Fällen mittlerweile nicht mehr zielführend. Nachhaltigkeit geht im Netz offenbar nicht.
Lampenwechsel im Bundeskanzleramt. Foto: Hufner
Die Wahlen zum Europaparlament haben es wieder deutlich gemacht. Das Interesse an einer europäischen Gemeinschaft ist nicht besonders ausgebildet. Ein Wahlkampf fand nicht statt. Überhaupt läßt sich von der Politik der letzten 20 Jahre sagen, daß die Abkapselung des politischen Verständnisses der Parteien gegenüber der Politik des Alltags sich verschärft hat. Vor Jahren hat man dafür den Begriff der Politikverdrossenheit eingeführt und meistens den Schuldigen auf Seiten des gemeinen Volkes ausgemacht. … mehr lesen … über Herr Kinkel, wer ist eigentlich ihr Lieblingsmusiker? – Kulturpolitik von Parteien im Internet, eine Nullnummer
Immer wieder ist mir dieser Text verrutscht. Zwei mal in den Orkus des Nichts. Kein Cache.
Es gibt ein Stück der Gruppe Kraftwerk. Das heißt: Wir sind die Urheber.„Wir sind auf alles programmiert / Und was du willst wird ausgeführt“ Ich bin gespannt, wo die Urheber sind, wenn es in einem Monat und ein paar Tagen heißt: Wir sind die GEMA. Dann nämlich ist Betriebsversammlung des Vereins. Gut 50.000 Urheber musikalischer Werke und Texte, sowie ihre Erben, als auch ihre Verleger treffen sich, um sich auszusprechen. Man darf gespannt sein, ob es soweit kommt, also dass sie kommen. Denn an sich lohnt es sich ja nicht, die Kosten für Kost und Logie würden manchem Urheber seine Einnahmen überwesentlich kürzen. Außerdem hat ja nicht jeder Urheber auch eine zählende Stimme.