Thorsten Konigorski hat mich eingeladen, ein Stöckchen aufzuheben, welches Ralph Segert geworfen hat und nach einem Foto im Raum und seiner Geschichte fragt. Das ist eine überaus interessant Fragestellung. Foto im Raum?
Seit langer Zeit hängen bei mir Fotos in allen Größen und Rahmen im Raum an der Wand. In Flur, Schlaf- und Arbeitszimmer und in der Küche auch. Allein das Bad ist davon frei - hat ja auch einen Spiegel.
Interessant ist die Frage zudem, weil sich bei der Ausstattung dieser Bilder nur selten etwas ändert. Diesen Fotos eignet die Fähigkeit des Beharrens, könnte man sagen. Vielleicht gilt das aber insgesamt für Dinge, die man sich an die Wand nagelt. Teller von Urlaubsreisen waren da auch mal sehr beliebt, das berühmte Hirschgeweih hing noch überm Sofa und nicht überm Steißbein. Irgendwann merkt man es vielleicht auch an der hellen, schnuffeligen Schicht oberhalb des Rahmens. Genug dazu, obwohl das wenigstens für mich eine ganz interessant Sache ist. (Oder da denke ich, wegen Rahmen- und PlatzfürdenRahmenanderWand-Mangels an die Schichten von Kunstdrucken - von Kandinsky bis Matisse, von Albers bis Vasarely.)
Hier mein Foto, das aber mittlerweile doch abgehängt wurde, weil es mal gescannt werden musste.

Entstanden ist es um 1993 als ich das erste Mal in Berlin wohnte. Das ist „Unter den Linden", nahe dem Pariser Platz. Mir fiel dieser Trabbi auf mit den ganzen Rohren - und sofort sah ich darin eine Metapher für die Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Umweltschutzes mittels Umrüstung der Trabbis durch Kats. Sozusagen eine Dialektik der Verschlimmbesserung. Dass das Auto rechts dann ein Kennzeichen mit B-ND anfangend hatte, passte auch. … mehr lesen … über Foto im Raum