MDR FIGARO entwickelt sich …

… nicht so gut wie von manchen Seiten erhofft. Während man noch einem viertel Jahr MDR FIGARO zu seinem guten Start durch die Media-Analyse zu gratulieren wusste, wenngleich es den MDR FIGARO noch nicht traf sondern das alte MDR KULTUR, so sind die neueren Zahlen der Media-Analyse enttäuschend. Das neue Programm wird weniger gut angenommen. Die Hörerzahl fiel um 0,4 Prozent von 2,0 auf 1,6 Prozent im Sendegebiet des Mitteldeutschen Rundfunks. Im einstmals stärksten Verbreitungsgebiet, in Sachsen sogar um 0,6 Prozent (von 2,6 auf 2,0 Prozent). Daneben musste vor allem auch JUMP mit einem Minus von 2,7 Prozent Federn lassen. Nur SPUTNIK (+ 0,2%) und die MDR-Landesprogramme (+ 2,4%) konnten Steigerungen verzeichnen.

Es besteht aber kein Grund zu gehässigen Kommentaren. Aus zwei Gründen: Die Reform von MDR KULTUR zu MDR FIGARO hatte viele Kritiker, das ist wahr; andererseits sind Reformen ja nicht prinzipiell immer gut und führen zu Erfolgen. Es gibt aber vor allem keinen Grund zur Freude, weil man nicht wissen kann, ob dieser Rückgang nicht sowieso stattgefunden hätte. Und das wäre die eigentliche Kritik. Diese Messungen sind sinnlos, sie suggerieren eine Objektivität der Erhebung und der qualitativen Beurteilung, die nicht gegeben sein kann. Sie sind quantitativ und nicht qualitativ. So einfach ist es und so einfach der Fehler.

Andernfalls sollte der MDR sehr schnell anfangen, sich neu zu reformieren, solange bis der Quote irgendwann mal stimmt, egal welches Programm man fährt. Dazu braucht es dann keiner Radiomänner mehr sondern einfacher Rundfunkingenieure aus dem Musterschrank der Management-Regale; doch billiger sollten die schon sein.

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Kommentare

Der eigentliche Fehler ist

Der eigentliche Fehler ist doch, dass auch Programme, die nicht werbefinanziert sind, in der MA ausgewiesen werden (und überhaupt abgefragt). Für die Akzeptanz in der Zielgruppe hat jeder Sender seine eigenen Forscher, dafür braucht er die MA nicht.
Werbefinanziertes Radio aber braucht eine Währung - und da ist die MA wenigstens scheinobjektiv. Es ist wie mit allen Vergleichszahlen: So lange man sich einig ist, ist es eigentlich irrelevant, ob sie stimmen (zumal die Größenverhältnisse der Sender zueinander ja nicht willkürlich sind sondern plausibel). Ich jedenfalls habe immer gerne Radio gemacht (http://luebue.blogspot.com/...).
btw: Dass der MDR allerdings unter den ARD-Sendern eine schillernde Ausnahme ist und faktisch wie ein Privatfunk organisiert, könnte manches erklären, oder?

Hi Wolfgang, die nicht

Hi Wolfgang,
die nicht werbefinanzierten Sender bräuchten die MA nicht. Das stimmt. Aber in den Entscheidungsetagen werden die offenbar genau so eingesetzt. Wenn die beim MDR eigens Forscher hätten, dann hätten die niemals von MDR KULTUR zu MDR FIGARO wechseln können. Oder sie haben die falschen oder schlechte Forscher.

Das Thema Radio ist derart umfassend, dass man fast ein eigene Logbuch dazu aufmachen könnte.

Ob der MDR wie ein Privatfunk organisiert ist? Tja, mag sein. Ich habe das Problem, dass ich mich nicht so einfach dazu äußßern kann, weil ich zeitweise im Auftrag des BR und des MDR unterwegs war. Das allein würde mich nicht hindern. Schlimmer ist, dass dann Leute, die direkt in MDR und BR arbeiten als Quellen angenommen werden und die dann Probleme bekommen. Dabei können die gar nichts dafür. Wenn ich schriebe, was ich da manchmal läuten höre, dann bekämen die tatsächlich Probleme.

Rein rundfunkkulturtechnisch ziehen mich aus diesen und anderen Gründen die Minifunker, die sogenannten nichtkommerziellen Privatradios mehr an. In Hamburg probieren wie demnächst etwas mit FSK.

Notiz: taktlos, das musikmagazin des bayerischen rundfunks und der neuen musikzeitung hatte zum Thema einmal eine Sendung gemacht: Die Einschalt-Quote als Intendant am 1.10.1998 Bayern 2 Radio, 20:05 bis 21:00 Uhr - nachzuhören als real-audio: http://www.nmz.de/taktlos/1...

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