“Wenn du erst einmal so alt bist …

... wie ich, dann wirst du schon sehen."

Jetzt bin ich so alt und ich habe nichts gesehen.

Tagging: 

Kommentare

Naja, entschuldige die

Naja, entschuldige die philosophische Wendung. Wollte wohl bloss den paternalistischen Gehalt der obigen Aussage hervorheben. Das sogenannte “ich weiss was für dich am besten ist” meinte ich im “wenn du mal so alt bist wie ich” wiederzuerkennen. Gesetzliche Auflagen sowie die Gurten- oder Helmpflicht sind auch paternalistisch und obwohl per se vernünftig, mit einem sauren, autoritären Nachgeschmack verbunden.

Auf der Ebene des Individuums (Vater zu Sohn, Mentor zu Schüler) ist jene Autorität wohl der endlosen Reproduktion bestehender Verhältnisse hilfreich, oder, um mit den Herren der Frankfurter Schule zu sprechen, wird die Neigung zur Untertänigkeit durch solche Institutionen immer wieder neu erzeugt. Daher gefiel mir deine Aussage “jetzt bin ich so alt, aber da is nix” um so besser. Sie enthält doch eine Intuition, die man als kleines Kind schon hatte. Oder wie Brecht mal maximisch von sich gab: “Nicht an das gute Alte anknüpfen, sondern an das schlechte Neue”.

Die Leseart meinerseits beschäftigt sich natürlich nur mit dem emanzipatorischen Gehalt des Satie-Hufner Austauschs, und könnte, was deinen Verwertungszusammenhang hier angeht, völlig verfehlt sein. Ferner ist Satie wohl nicht gerade ein geeignetes Beispiel um den autoritären Charakter zu erhellen. Für diese Ignoranz hoffe ich auf Verständnis, und hintergründige Aufklärung... ;-)

Neuen Kommentar schreiben