Weblog von huflaikhan

Als das Dorf noch nicht global war

Es ist gar nicht so lange her, da war die Frage der Ausbildung der Heranwachsenden vor allem auch eine Frage des Ortes an dem man lebte. Jemand auf dem Dorf hatte nur mit Mühe und viel Hilfe die Möglichkeit, einen Platz in einer anderen Zukunft zu finden als derjenigen, in der er sich befand. 

Mein Vater war sogar von einem Dorfe noch zusätzlich entfernt, weil er tief im Wald aufwuchs. Sein Vater war Förster. Mit Hilfe von Blicken von auswärts, also vom Dorflehrer, wurde er allerdings als ganz pfiffig eingeschätzt und man organisierte ihm die Möglichkeit, eine höhere Schule zu besuchen.  … mehr lesen … über Als das Dorf noch nicht global war

Wir sind auch die Urheber - also die anderen II

Musik für Millionen. Foto: Hufner

Immer wieder ist mir dieser Text verrutscht. Zwei mal in den Orkus des Nichts. Kein Cache.

Es gibt ein Stück der Gruppe Kraftwerk. Das heißt: Wir sind die Urheber.„Wir sind auf alles programmiert / Und was du willst wird ausgeführt“ Ich bin gespannt, wo die Urheber sind, wenn es in einem Monat und ein paar Tagen heißt: Wir sind die GEMA. Dann nämlich ist Betriebsversammlung des Vereins. Gut 50.000 Urheber musikalischer Werke und Texte, sowie ihre Erben, als auch ihre Verleger treffen sich, um sich auszusprechen. Man darf gespannt sein, ob es soweit kommt, also dass sie kommen. Denn an sich lohnt es sich ja nicht, die Kosten für Kost und Logie würden manchem Urheber seine Einnahmen überwesentlich kürzen. Außerdem hat ja nicht jeder Urheber auch eine zählende Stimme.

Dabei hat Niklas Luhmann in anderem Zusammenhang einige amüsante Bemerkungen zum Thema gemacht. Eigentlich ging es ihm um  "Das Kind als Medium der Erziehung". Darin heißt es auf Seite 22: … mehr lesen … über Wir sind auch die Urheber - also die anderen II

Lee Konitz & Walter Lang Trio: Someone to watch over me

Lee Konitz & Walter Lang Trio: Somewhere to watch over me, Jawo Records 010,

 Eine wunderbare Aufnahme ohne Vergleich. Besser als das besttemperierteste Badewasser, besser als Butterbrot. 

Die Paniker

Glück im Spiel. Foto: Hufner

Seit der Wahl im Saarland ist nicht länger auszublenden, was über Jahre gärte. Eine Partei mit dem sprechenden Namen „Die Piraten“ setzen sich auf der politischen Ebene durch. Viele Stellungnahmen seitens der Presse oder der anderen Parteien sehen da eine Modeerscheinung am Horizont der Politik. Eine Organisation von Chaoten reite da gekonnt auf den Wellen populistischer Netzpolitik. Freiheit für alle. Koste es was es wolle. So hört man. Und in diesem Strudel, meinen viele, versinke wenn schon nicht das Abendland so doch das sogenannte Kreativrecht: das Urheberrecht. Digitale Naive seien da unterwegs. Die GRÜNEN nennen sie eine Modeerscheinung, jene, die selbst Ende der 70er Jahre als völlig realpolitik-inkompatibel belächelt wurden. Joseph Beuys sympathisierte sehr früh mit ihnen, Petra Kelly rüttelte an moralischen und fiskalischen Fundamenten. Und heute: Establishment, Vizekanzelei für eine gewisse Zeit. Nadelstreifen statt Turnschuhe. Anders die Reaktion der FDP, deren designierter Generalsekretär Patrick Döring im Zusammenhang mit den Piraten von einer „Tyrannei der Masse“ sprach. Besser dann also die „Tyrannei der Elite“? Reine Demagogie am Abgrund der eigenen Marginalisierung.

Wir wissen nicht, wohin die Reise der Piraten geht. Die Politik hat eigene Regeln. Die Piraten werden nicht umhin kommen, ihre Politikideale in der realen Politikwelt zu evaluieren. … mehr lesen … über Die Paniker

Kulturinfarkt? Kulturinfarkt!

Ein Buch macht die Runde und er hallt ein Aufschrei nach dem anderen durch das Land der Dichter und Denker. Vier Autoren, die alle von irgend etwas eine Ahnung haben, rühren die Kulturmacher auf „KULTURINFARKT“. Das Erstaunliche dabei ist, es handelt sich bei den Autoren ausnahmsweise nicht um Banker oder Politiker, sondern um selbst im Kulturbetrieb verankerte Menschen.

Die Reaktionen sind leider hilflos. Über alle Maßen hilflos. Zum einen handeln sie die Sache auf der persönlichen Schiene ab, die Autoren mögen doch zunächst in ihren eigenen Institutionen loslegen und ihre Wünsche und Vorgaben zunächst in den eigenen Institutionen verwirklichen. Der Vorwurf verkennt, dass die Autoren die Halbierung der Ausgaben für Kultur als Gedankenexperiment verstehen. Dabei, soweit verstehe ich das, gilt nicht das Rasenmäherprinzip. Mach mal platt und siehe zu, sondern vor allem um eine Prüfung, ob denn nun wirklich alles so und in dem Maße gefördert werden sollte, wie es jetzt der Fall ist.

Ein Beispiel für mögliche Fehlentwicklungen hat man gerade in Berlin gehabt und der Journalist der Berliner Zeitung, Peter Uehling hat darauf hingewiesen. … mehr lesen … über Kulturinfarkt? Kulturinfarkt!

Antiquariat

Orbit im Café Tasso

Gestern ein Antiquariat besucht, in Berlin, Friedrichshain. Ein Café zugleich und auch Veranstaltungsort. Spielend dort ein junges Jazzquintett mit dem Namen Orbit. Musik aus den 60er Jahren, vorgetragen mit einer hohen Perfektion, dabei sind alles noch verhältnismäßig junge Hüpfer. Studierende in Dresden, Weimar und Berlin. Was sollen diese Musiker noch spielen lernen? Jazz der 70er, Jazz der 80er .... eigenen Jazz?Kommt dann noch. Bestimmt. Eine grandiose Kopie ist ein bester Anfang. Im Antiquariat dann gestöbert und ein Reclam-Heftchen entdeckt, darin Verse von Felix Hartlaub, kommentiert von Jürgen Becker. Becker halte ich ja nach wie vor für einen der größten Autoren der 60er/70er Jahre. Räume, Häuser, Felder. Becker führte mich auf die Spur von Hartlaub. Ein paar Pappeln haben es mir angetan. Gestern im richtigen Antiquariat, heute in einem im Netz. Hartlaub gefunden. Eine Ausgabe aus der Bibliothek von Inge Aicher-Scholl und Otl Scholl. Beide ja Urgesteine der Welt der grafischen Gestaltung. Vor allem Otl Aicher. Inge aber als Schwester von Sophie und Hans mit weiten Wurzeln zurück. Wie Hartlaub, der im Sperrkreis als Obergefreiter seinen Dienst versah. Plötzlich ist man wieder in einer komplett anderen Welt. Auf einmal ergeben sich Verbindungen ungeahnter Tiefe. 

Aus deutschen Gerichten, frisch auf den Tisch

„Leere ist Verbrechen“ - Ornament ist Leben

Vielleicht sollte man sich doch gelegentlich mal wieder orientieren. Auch wenn es keinen Spaß verspricht. Die schnellen Medien erzeugen einen Rausch. Plötzlich kann man überall dabei sein. Überall mitreden. Überall wird exponiert, geredet, abgebildet. Die Präsenz ist die Existenz. Wer nicht da ist, existiert nicht. Und es gibt kein zurück.

Und so wird jeder gewonnene Zeitraum zu einem Zeitraum, der Besetzung verlangt. Es darf keine freie Wiese geben in der einmal nichts geschieht. Denn das, so könnte man denken, lässt nur Raum für andere.Eine moderne Spielform des des Kolonialismus, der aber nun gegen einen selbst oder gegen andere geht. … mehr lesen … über „Leere ist Verbrechen“ - Ornament ist Leben

Grundsätzlich

Grundsätzlich ist alles vergänglich.

Gleichwohl ist das Vergehen selbst nicht vergänglich. Außer ganz am Ende. … mehr lesen … über Grundsätzlich

Handballen - Psychobloggerei

Pressefotos sind gelegentlich aufschlussreich. Manchmal mehr, manchmal weniger. Es ist ja auch furchtbar, auf was mal alles achten muss, wenn man sich dem Foto stellt. Hier ist des die Pressesprecherin der GEMA, Frau Müller, sie steht zusammen mit einem ganz bedeutenden Komponisten (nicht im Bild). Was bedeutet diese Handhaltung. Ballen? … mehr lesen … über Handballen - Psychobloggerei

Subscribe to RSS – Weblog von huflaikhan

Angetrieben von:

Powered by Drupal