Albrecht Dümling: Musik hat ihren Wert

Musik hat ihren Wert - Von Albrecht DümlingIn letzter Zeit – unter den Bedingungen und neuen Aufgaben und Problemen, die sich durch Ausweitung des Konzertlebens und der medialen Verfügbarkeit von Musik kennzeichnen lässt – steht die Wahrung kreativer Leistungen verstärkt auf dem Programm. Allgemein scheint sich eine Bewegung abzuzeichnen, kompositorische Leistungen nicht mehr so gerne in Geldwerte umsetzen zu lassen. Das gilt vielen als bildungsfeindlich und daraus wird gerne die Forderung gezogen, das Musik umsonst zu sein habe. Da lohnt sich ein Blick in die Geschichte der musikalischen Verwertungbestrebungen. Hier hat Albrecht Dümling ein umfassendes und kluges, sehr gut lesbares Buch geschrieben. Das beginnt nicht mit den aktuellen Geschäftsberichten sondern zeigt aus der schon ganz alten Geschichte den Kampf um Autorenrechte. Autoren, Verlage, Veranstalter zeichnen sich dabei als durchaus eigene Vorteile suchende Institutionen aus. Die ausführlichen Beobachtungen schon im 18. und 19. Jahrhundert sind sofort deutlich verknüpft mit sozialgeschichtlichen Wandlungen. Das alles ist wirklich hochspannend formuliert und im Detail voller Überraschungen.

Ich bin noch nicht durch mit diesem knapp 400-seitigen Buch. Doch denke ich, dass mit diesem Buche eine Organisation wie die GEMA ein ausgezeichnetes und aufklärendes Standardwerk herausgegeben hat. Denn viele Fragen, die immer wieder in der Geschichte aufgetaucht und beantwortet worden sind, bleiben auch unter veränderten Bedingungen interessanterweise hochaktuell. Das verwerterische Problem ist aktuell und die Interessen der beteiligten Parteien gehören immer wieder neu in die Kritik. Ein kluges und außerdem schönes Buch.

 

Bibliographische Angaben: 

Albrecht Dümling: Musik hat ihren Wert
ConBrio CB 1158 – ISBN 3-932581-58-X

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