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Yinon Muallem: Klezmer for the Sultan

Yinon MuallamYinon Muallem schreibt im Vorwort über seine Musik: „Seit drei Jahren lebe ich nun in Istanbul, und in dieser Zeit hat sich mir die ungeheure Vielfalt und das große Vermächtnis der türkischen Musik erschlossen. Meine Kompositionen sind von dieser türkischen Musik mit all ihren Klangfarben beeinflusst, genauso aber auch von arabischer, indischer, persischer, jüdischer Musik, und vom Jazz und von der Musik des Balkan — eben allen Einflüssen, denen ich in meiner Kindheit und Jugend ausgesetzt war.“

Das ist nicht gerade wenig. Und wem diese verschiedenen Musiksprachen grau sind wie die Katzen in der Nacht, also, wem es geht wie mir, der wird all das nicht bemerken. Das klingt orientalisch. Nichtsdestoweniger, die verschiedenen Sprachformen gibt es. Bei Muallem verbinden sie sich, am deutlichsten zwischen Klezmer und *sischer Musik. Das alles ist locker und im angenehmen Sinn anspruchslos in Kombination, einerseits nichts für Puristen, aber allemal nichts für puristische Dogmatiker. Muallem selbst spielt hauptsächlich die Darbuka, ein Schlaginstrument mit vielen Schlagfarben.

Mich persönlich fasziniert diese Musik sehr, denn sie macht unter anderem auch gute Laune. Man kann diese Musik fast schon riechen, schmecken; man kann sie tanzen, überhaupt verändert sie die Bewegungen. Weltmusik? Ja, so nennt man das wohl heute.

Man weiß, dass gerade in sich multikulturelle gebenden Zentren des Okzidents, vor allem in Deutschland (Frankfurt, Berlin) dieser Multikulturalismus eine reine Fiktion ist, die vielleicht gerade noch unterm Aspekt der Toleranz zu deuten ist. Es geht dabei ab eine Distanz des Respekts. Nivellierung und Gleichmacherei sind die Folge. Auch in der Musikkultur. Selten nur gelingt es, die verschiedenen Ordnungen ineinander zu vermitteln. Ich weiß nicht, ob das hier der Fall ist, auf jeden Fall ist diese Musik über Toleranz und Tourismus weit hinaus.

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Bibliographische Angaben: 

Yinon Muallem: Klezmer for the Sultan
Oriente RIEN CD 53

Kommentare

Den letzten Absatz verstehe ich nicht. Sowohl satztechnisch, als auch inhaltlich.

Jetzt muss ich mal emotionsgeladen lobhudeln: Yinon Muallem kann wie wenige Klezmer mit anderen Stlirichtungen verbinden. Und das ‘Verbinden’ ist hier so gemeint, dass die Mischung mehr gibt als die beiden Einzelrichtungen. Nicht das für Deutschland wirklich typische vermischen, verdünnen, angleichen, Ich kommentiere jetzt mal nicht hier gängige Konzepte des multikulturellen Zusammenlebens, aber die Scheibe macht wiklich Laune ...

Und Danke auch für die ganz und gar untypische Rezension.

Semmel, der ist auch irgendwie vertracktomat. Ein paar Windungen zu viel in meinem Hirn. Nuja. Wichtig war mir nur, zu sagen, wie Buster auch nachlegt, dass Muallems Musik kein buntes Potpurri allgemeinen Orientalismus' darstellt. Also kein willkürliches Brimborium in bunt ist.

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