Ich glaube zu wissen, dass der ganze Streit um Wulff als Bundespräsident eigentlich auf nicht mehr oder weniger das hinausläuft, was unmöglich ist: Die Abschaffung des Amtes. Das angeblich höchste Amt im aktuellen deutschen Staate, zugleich tituliert in der Herabwürdigung auf die Funktion eines Grüßaugust, das kann nicht funktionieren; und schon gar nicht mehr heute, mit den Personen, die uns zur Verfügung stehen oder angeboten werden im Parteiengekungel und die glücklicherweise vielleicht noch selbständig einen Fuß vor den anderen setzen könnten. Stattdessen ein Matthäus nach dem anderen. Wulff war, das wusste man schon bei der letzten Wahl, ein Notnagel; auch Gauck hätte bekanntlich nichts gebracht.
Das Amt ist nicht (mehr) zu besetzen. Die, die es mental und physich könnten, wollen es nicht, weil es ein, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, rein formales Amt ist. Unterschreiben von Gesetzen. nicht von der Gangway fallen, dabei mondän sein, aber nicht größenwahnsinnig. Irgendwann auch mal sich etwas Philosophischen schreiben lassen.
Eigentlich wollen alle eine Revitalisierung des Typus' eines Weizsäcker, der dazu noch eine gewisse aristokratische Noblesse sein eigen nennen konnte ohne die "ganz unten" abzukanzeln. Jedenfalls jedoch keinen, der sich verschämt und ungeschickt Geld pumpen muss. Und keinen, der kein politisches Standing hat, keinen, der besser Deutschlands oberster Vereinsmeier hätte werden können. Von mir aus zusammen mit der ganzen Guttenberg-Koch-Mehrin-Truppe.
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