Die umtriebigen Grazer Wertungsforscher laden alljährlich zu thematischen Symposien ein, die alle irgendwie mit Musik zu tun haben. Hinter dem poetischen Titel verbirgt sich jedoch erbitterte Theorie. Zwölf Aufsätze umkreisen die „Dialektik des Harmonischen“ ohne sie zu greifen. Ein erster großer Teil besteht aus der Interpretation des Adornoschen Satzes „Kunst ist das Versprechen der Kunst, das gebrochen wird“. Da dieser Satz zugleich dialektischen Wesens ist, ferner in einem auf hohem Niveau dialektisch verfaßten Buche, nämlich der „Ästhetischen Theorie“ steht, kann man über diesen Satz phänomenal fabulieren. Das gelingt Albrecht Wellmer auch eminent eindrucksvoll. … mehr lesen … über Harmonie als Kind der Schande
Wer sich heutzutage durch die Feuilletons schleicht, wer des Kabels Fernsehen sieht, wer durch die virtuellen Welten virtueller Computerserver surft, der stößt allenthalben auf Kultur. Kultur, wo man hinschaut, Kultur, wo man hinhört. Studieren kann man das Management derselben, Unternehmen geben sich eine solche. Eine schlanke Taille ist „ästhetisch“ faseln uns die zum Interview gequälten Personen aus Fernsehkanal X zu. Ein dicker Bauch ist „unästhetisch“ wird danach eine amerikanische Studie von der Soundso-University zitiert. … mehr lesen … über Kultur? Abschaffen!
GNUsic, GPL und Fairness als alternative Rechtsprinzipien im Urheberrecht
Die Frage nach dem geistigen Eigentum in der Musik ist durchaus nicht so einfach entschieden, wie man denkt. Das Urheberrecht des Schöpfers eines Werkes ist in Deutschland unveräußerlich, das ist klar und wird von niemandem bestritten oder in Zweifel gezogen. Doch wie man Sinn und Zweck des Urheberrechts beurteilt, das kann keineswegs als ausgemacht gelten. Das deutsche Bezugssystem aus Rechtformen (Grundgesetz und Urheberrecht) und Verwertungsgesellschaften (GEMA) besetzt die öffentliche Diskussion über Urheberrechte im Bereich der Musik so sehr, daß alternative Ideen und Konzeptionen nur selten untersucht oder dargestellt werden. Daß sich in diesem Sektor dennoch etwas tut, ist keine Folge einer neuen Grübelei über das Urheberrecht. Vielmehr sind solche Konzeptionen durch die jüngsten technischen Entwicklungen, namentlich von Seiten des Internets, forciert worden.
Ulrich Dibelius, ein wachsamer Begleiter der neuen Musik seit den 50er Jahren erinnert sich an die erste Aufführung von György Ligetis Atmosphères: „Die Uraufführung ... bei den Donaueschinger Musiktagen trug alle Anzeichen des Sensationellen. Denn diesem Grad von ,Destruktion' nach zehn Jahren fleißiger Konstruktion [Dibelius meint damit alle Formen seriellen Komponierens, eines systematischen Umgangs mit Tondauern, Tonhöhe, Tonlagen, Lautstärken usw.] hatte bisher noch keiner zu verwirklichen gewagt.“ Destruktion ist hier uneingeschränkt positiv gemeint: Als das Öffnen einer Tür in neue musikalische Gestaltungs- und Klangbereiche. … mehr lesen … über 1961 György Ligeti: Atmosphères für großes Orchester
Schottland, vor irgendeinem Castle. Der erste Urlaub unter den Bedingungen des Besitzes eines Arbeitsplatzes. Da nimmt man das schon anders wahr. Das war 1994 während einer Bildungsreise. … mehr lesen … über Kalenderblatt Juni 2004