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Keine Experimente oder Die Versuchsanordnung

Es gehört zum Wesen und Kultur und Kunst, dass man experimentieren muss. Experimente kann man notfalls etwas kalkulieren, der Ausgang aber soll offen gestellt bleiben. Heute experimentiert man an Kultur, Kunst und Kind, das Ziel und Ergebnis stehen aber schon fest. Ob es es sich um die Initiative „Jedem Kind ein Instrument“ im Ruhrgebiet handelt oder „Primacanta“ in Hessen. Das Experiment richtet sich nicht auf Kultur, sondern auf den Menschen. Essen wird Kulturhauptstadt, also werden Kinder im wahrsten Sinne des Wortes zum Feiermaterial instrumentalisiert.

In Hessen wärmt man die 50er Jahre wieder an und fährt im Spruch- und Fahrwasser eines Felix Oberborbeck, der an der pädagogischen Hochschule Vechta ab 1949 das Ziel ausgab, dass ganz Friesland [node:read-more:link]

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Bilanz-Arena

Figaro, übernehmen Sie

Ab Januar 2004 schaltet der Mitteldeutsche Rundfunk seine Kulturwelle mdr Kultur ab und schaltet an dessen Stelle „mdr Figaro“ auf. Kultur scheint in Mitteldeutschland wohl einfach ein seltenes Gut zu sein. Die Begründung für den Neustart liefert die Hörfunkchefin Barbara Mohlsen nach: „Der Begriff Kultur ist sehr tradiert besetzt und schafft eher eine Zugangsbarriere.“ Der Begriff der Kultur wirke elitär und schrecke ab. Das sei das Ergebnis einer Imagestudie, das eigentlich niemanden verwundern kann.

Kultur macht schließlich nicht nur Spaß sondern macht natürlich auch Arbeit – das ist nun einmal Kennzeichen von „Kultur“ (für die Abgeschreckten zwischen 30 und 50: die Sp [node:read-more:link]

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Die Aktie Mensch

Die Zeiten haben sich grundlegend gewandelt. Zwar hat mein Vater vor 20 Jahren auch eine Aktie gehabt, aber es war nur eine und die war von einem Autokonzern, dessen Autos er nie gekauft hätte. Er berichtete gerne von den vor Ort stattfindenden Aktionärshauptversammlungen. Denn es gab Grillwurst und er konnte mal alle Autotypen testfahren. Ab und an gab es auch eine Dividende.

Als Kind vor 25 Jahren spielte ich gerne das Börsenspiel und ich liebte vor allem die Shell-Aktie der Form und Farbe wegen. Das wussten meine Mitspieler natürlich und so konnte aus mir nix werden – ich verlor grundsätzlich. Aber auch den Führerschein habe ich nie gemacht und sowieso meide ich verhäckseltes gegrilltes Fleisch. Als nun in meiner Umgebung zahlreiche Menschen wie die Lemminge auf eine infinitive Aktie zurannten, wurde mir bange. Hatte ich etwas falsch gemacht, haben gar meine Eltern und Geschwister etwas falsch gemacht mit mir? [node:read-more:link]

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Die Berufserinnerer

Denn wie man sich erinnert, so lebt man. Und wir alle leben in einer Erinnerungskultur. Todestage und Geburtstage, Jubiläen und historische Ereignisse werden ans Tageslicht gezerrt (Schubert-, Mozart-, Eisler-, Gershwin, Peter-und-der-Wolf-Jahr). Es werden Mahnungen ausgesprochen und Aktualitäten beschworen. Kurzum: Es wird an alles erinnert. Doch wie man auf die Geschichte blickt, so schaut sie zurück. Die Art und Weise der gegenwärtig praktizierten Erinnerungskultur ist fatal – und sie ist allemal fatalistisch. Man erinnert sich der Lebenden und gedenkt der Toten, zieht zu bestimmten Feierzeiten einen Schlußstrich oder eine Zwischenbilanz. Die Daten sind geradezu beliebig abrufbar (übrigens feiert der Kunststoff Vinyl heuer gerade seinen 70. Geburtstag, das Klettband wird 50). Aber diese Form des Erinnerns ist vor allem auch fatalistisch. Denn sie ist ein bloß äußerliches Kriterium. [node:read-more:link]

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Absurde Sache

Befreite Kultur statt Sponsoring

Man muß sich das mal vorstellen. Stand neulich in meinem Rentenbescheid: „Diese Rente wurde gesponsert von der Kugellagerfabrik Pfalzkofen.“ Merkwürdig, könnte man denken. Aber so ungewöhnlich ist das eigentlich nicht. Erstens sponsern die Unternehmen sowieso die Renten (in Form eines Beitrages in den Lohnnebenkosten) und zweitens täten die Unternehmen dann etwas, was tatsächlich ihre Aufgabe wäre. Doch dazu später. Nein, statt dessen machen sie in Kultur zum Beispiel, nennen das Förderung, Bewahrung, Selbstdarstellung, Unternehmenskommunikation und so weiter. [node:read-more:link]

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