Freiheit

Tunnelblick der Gefühle

Tunneblick der Gefühle. Foto: Hufner

An sich habe ich ja professionell mit Musik zu tun. Das heißt, ich beschäftige mich auf die eine oder andere Art mit ihr. Früher auch duch selber Musizieren und Komponieren, jetzt mehr theoretisch und eher mit den Rahmenbedingungen.

Aber ich bin sehr früh zum Musikerleben gekommen: Geschwister und Eltern haben Musik gemacht, ich war der Kleinste und kam in diese Welt hinein. Bei Familienfesten wurde viel gesungen. Wir hatten auch Schallplatten und man durfte sie auch benutzen, also anhören, ohne den Papa um Erlaubnis zu bitten.

Vorbeifahrt

Reinigung. Foto: Hufner

Hof.

Vorbei an einem Hinweis zu einer Tattoo-Convention, bald ein Quality-Hotel rechterhand, dessen „Quality“ eher zu ahnen als zu sehen ist. Eigentlich eher gar nicht, zu schnell geht es daran vorbei. Es wirkt von außen wie ein Meisterwerk aus Grau in Grau – zumal an einem solchen grauen Tag. Dazwischen seriell funktionale Fensterrahmen in dunkel, die den Ernst der Lage nur hervorheben statt ihn zu brechen. Quality bestimmt noch nicht den Grad der Qualität. Erinnert in anderer Weise an das schnieke Hotel in Darmstadt nahe Bahnhof, wo alle zwei Jahre junge Komponisten und Komponistinnen sowie Musiker und Musikerinnen nobel einkehren. Das heißt sich Maritim, lässt aber kaum eine Ahnung an so etwas wie Meer aufkommen. Höchstens Caspar David Friedrichs Betonmeer Böllenfalltor.

Services – Ego

Seit dem miesen Karma, das einmal der Photosharer Flickr auf sich zog, weil dessen Vaterfirma Yahoo einen wenig guten Umgang mit Daten verfolgter Menschen pflegte, bin ich auf der Suche nach einer neuen Heimat für Fotos gewesen. Zoooomr (unlöschbar, aber ohne Fotos), Ipernity (gelöscht), 500px (noch nicht gelöscht), Picasa (dümpelt) und ich weiß nicht was noch waren die Adressen, unter denen Fotos abgelegt wurden. [node:read-more:link]

Nebel über der Lieblingswiese. Foto: Hufner

Einsame Masse und flexible Menschen

Die neue Steinzeit der öffentlichen Kommunikation

Im Medium des Internets scheint sich der traditionelle Subjekt-Begriff langsam aber stetig aufzulösen. Damit wird eine Entwicklung vollzogen, die sich seit dem Aufklärungsprozess der abendländischen Kultur seit dem 18. Jahrhundert zweischneidig abzeichnete: In dem Moment, da sich Menschen als Subjekte sozialen Handelns verstanden, lösten sie die traditionalen und kultischen Elemente ihrer Handlungsweisungen auf. Individuelle Lebenspraxen treten damit aber immer stärker an die Stelle gemeinschaftlichen Handelns. Der Soziologe David Riesman fand dafür das Wort der „Lonely Crowd“, der „einsamen Masse“. Richard Sennett nennt es den „flexiblen Menschen“, der haltlos durch die Gesellschaft driftet.

Im Internet gibt es nun sehr viele individuelle und unzusammenhängende Lebensentwürfe. In diesem Ausmaß neu ist dabei die Möglichkeit, Identitäten zu verschleiern und zu verändern. Man kann x-beliebige Identitäten annehmen und tritt dabei jedoch subjektiv stark auf. Immer wieder muss man sich die Frage stellen, wer ist es, mit dem ich da kommuniziere? Den handelnden Subjekten ist es möglich, anonym zu bleiben oder sich zu anonymisieren. Alles wird zu einem Spiel, dessen Ernsthaftigkeit immerzu infrage steht. Sicherlich steht hinter den Maskierungsvorhängen häufig ein spielerisches Moment. Das ist aber nur die eine Seite. Die andere ist überwachungstechnischer Natur. Es ist theoretisch ein Leichtes, diese Identitäten im Internet zu überwachen. Die digitalisierten Subjekte generieren Informationsströme, die an allen möglichen Stellen abgefangen werden können. Dass dergleichen passiert, bestreitet niemand. [node:read-more:link]

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