Musikvermittlung

Selbstbeobachtung

Hier sind gerade zwei Artikel biographischen Inhalts eingetragen worden. Warum? Darum! – Nein, es geht offenbar eher darum, zu zeigen, wie persönliche Entwicklungen zur Aneignung von Musik führen. Mittlerweile wird an diesem Punkt viel untersucht, empirische Studien aufgebaut, daraus mehr oder weniger sinnvolle Konsequenzen gezogen. Wie kommt Musik in die Menschen. Wie vor allem kommt es zu starken Bindungen an stark bindende Musik? [node:read-more:link]

Alles Salat. Foto: Hufner

Musikvermittlung II

Im Schlot der Vermittlung. Foto: Hufner

Jetzt habe ich doch wirklich lange überlegen müssen, was mich heute früh bei meiner Sitzung beschäftigt hatte. Die Reaktionen auf den ersten Artikel zur Musikvermittlung von Waldo de los Rios und die Frage, wie wird denn eigentlich Popmusik vermittelt und an wen? Und dabei fiel mir auf, dass es das „Vermitteln“ durch Genregrenzen hindurch tatsächlich gibt. Spontaner erster Gedanke: Cathy Berberian mit Ticket to ride. Beatles für ein (altes) Klassikpublikum? Arrangiert wurde es zudem von Louis Andriessen. Mag ich. Ist eigen. Aber ist es vermittelt. Wie sieht es mit dem Jazz aus, der Folk-Music.

Die Bitterkeit der Musikvermittlung

Waldo de los rios. Symphonies
Musikalische Kostbarkeiten. Porgy & Bess

Musikvermittlung ist kein Begriff der letzten Jahre. Es gibt ihn lange schon. Vollkommen unerwartet sicher bei Adorno in seiner Einleitung in die Musiksoziologie. Er heißt da einfach Vermittlung. Und er meint etwas anderes. Das war 60er. Anfang der 70er schaffen es bestimmte Musikprodukte höher und weiter. In Potsdam habe ich letztes Jahr in einem kleinen Rumpelladen in aller Eile Schallplatten durchgesehen. Darunter eine von Wald de los Rios. Der Name sagte mir etwas, auch wenn ich nicht wusste genau, was. Ein bisschen dachte ich an Walter Carlos. Aber es ist was ganz anderes.

In der Ecke oben wird der Hit Mozarts 40. erwähnt. Ein Blick in die Enzyklopädie erklärt es. Waldo de los Rios Version dieses Stücks kam in die Charts unter die Top 10. Heute einigermaßen unbegreiflich.

Offene Kunst verdampft an sich durch ihre neugewonnene Bratwurstigkeit

Das von mir hochgeschätzte musikalische Feuilleton der Berliner Zeitung wartet in all den zahlreichen Besprechungen von musikalischen Ereignissen immer wieder einmal auch mit noch tiefergehenden Erläuterungen auf. Peter Uehling und Wolfgang Fuhrmann sind wunderbar präzise in ihren Berichten und ich lese sie immer gern - weil ich die Konzerte leider selten selbst besuchen kann.

Vermitteln, vermitteln, vermitteln

David Eschmann. Foto: Hufner

In zwei aufeinanderfolgenden Sendungen hat sich taktlos, das musikmagazin der neuen musikzeitung und des Bayerischen Rundfunks mit der Situation der Neuen Musik in Deutschland beschäftigt. Im November ging es in Karlsruhe um die Frage: "Neue Musik im Off?" - welche Rolle spielt neue Musik im Konzertleben und in der Öffentlichkeit. Jetzt, im Dezember, ging man der Frage nach: "Neue Musik am Tropf?" und spielte auf die großartige Initiative der Bundeskulturstiftung "Netz Neue Musik" an, die insgesamt 11 Millionen Euro an ausgewählte Initiativen und sich selbst verteilen konnte. Das ist wie ein Lotto-Jackpot, wenn man ihn allein bekommt. Über die Projektzeit verteilt sind es aber pro Nase und Bundesbürger 5 Cent, die er und sie der Szene schenkt.

Wenn der Mensch sie will, kommt auch die Kunst

Wie man das Tautologische an der Musikvermittlung verhindert

Das Thema „Musikvermittlung“ steht mittlerweile ununterbrochen auf der Agenda von Musikpädagogen, von Musikverbänden und musikalischen Institutionen. Anlässlich des 50. Geburtstages der neuen musikzeitung hatte man sogar eine Rubrik mit dem Titel „Musikvermittlung“ eingerichtet. Initiativen von Verbänden sind vielfältig, Orchester und Bühnen unternehmen unterschiedlichste Versuche, Musik zu vermitteln. Musik vermittelt wird freilich auch ohne diese Intitiativen fortlaufend. Das Radio vermittelt Musik, das Fernsehen vermittelt Musik. Musik muss an den Mann und die Frau, an Kinder wie an Menschen älteren Semesters gebracht werden.

Dahinter stehen häufig auch ökonomische Absichten, aber das ist nicht überall der Fall und nicht wesentlich. Dabei hat man jedoch lange Zeit vergessen oder weggeblendet, was hier an wen und wieso vermittelt werden müsse. Hat Musik Vermittlung überhaupt nötig, oder ist sie nicht vielmehr selbst schon ein Vermittlungsorgan? Sie vermittelt innerhalb der Gesellschaft deren Mitglieder untereinander. Musik ist nämlich doch Vermittlung an sich, vermittelte Musik dagegen wird schnell nur zu einer Musikvermittlungsmusik. Und darin könnte ein Bruchpunkt der gegenwärtigen Situation und Bedeutung von Musik in der Gesellschaft liegen. Sie scheint nicht mehr ein Wert an sich zu sein und sie hat selbst offenbar kaum noch genug bindende Kraft für sich. [node:read-more:link]

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