den Rundfunk

Radio-Karriere

Das Radio meiner Brüder/Schwestern. Foto: Martin Hufner

Seit ich auf der Welt bin, sind über Kurzwelle, Mittelwelle und Ultrakurzwelle entscheidende Sozialisationsprozesse in Gang gesetzt worden. Das nicht nur im übertragenen, sondern im ganz ernsten Sinne.

Die Idee ist falsch, weshalb sie auch nicht richtig war

In der Passage der Kommunikation. Foto: Hufner

Es ist der unbeschreibliche Vorteil der einseitigen Kommunikation, dass sie einen versperrten Rückkanal hat. So wie beim Rundfunk auch heute vom Grundgedanken her. Es wird etwas hinaus gesendet, das einen Hörer oder mehrere findet. Diese können darauf alleine oder zusammen reagieren, aber es bleibt ihre Reaktion, die fast nie zum Sender zurückläuft.

Die wahren Piraten tarnen sich als Anstalten öffentlichen Rechts mit Kulturauftrag

Die Heide der Jungfern. Foto: Hufner

„Alle illegalen downloads haben der deutschen Dokumentarfilmbranche materiell weniger geschadet als die Vertragspraxis von ARD und ZDF an einem einzigen Tag.“ (Quelle: Carta)

Aufmerksamkeitsenthaltsamkeits-Atrophie

Große Auftritte, kleine Folgen: Vielerorts wurde der Auftritt von Marcel Reich-Ranicki beim Deutschen Fernsehpreis von der Kritik erfreut beklagt. Auftritt und Kritik bleiben jedoch eine Luftnummer. Reich-Ranicki, der wohl zwischen Helge Schneider und Helen Schneider nicht zu unterscheiden vermag, war der perfekte Aufmerksamkeitsablenker, zu allem Überfluss womöglich nicht einmal selbstverschuldet.

Dabei wird seit einigen Jahren schon hartnäckig am Körper des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gekämpft. Die Initiative „Das GANZE Werk“ kämpft sich Sendestrecke für Sendestrecke, Jingle für Jingle, durch den aktuellen Rundfunkwahnsinn und macht trotzig manchen Boden gut – gegen die zunehmende Selbstdisqualifizierung des Rundfunks im Norden und in Berlin. Statt spektakulärer Scheingefechte im sinnentfernten Fernsehprogramm werden hier kreativ und präzis diskussionswürdige Entwicklungen kritisiert und dokumentiert. … mehr lesen … über Aufmerksamkeitsenthaltsamkeits-Atrophie

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Bayern Podcaszt

Ich bin ja wirklich kein Fan von diesem Podcast-Zeugs. Wie wir sehen werden zu Recht. Der Bayerische Rundfunk hat jetzt auch einige Podcasts im Angebot. Bruno Jonas und so Zeug. Kabarettistisch oder kalenderös, oder aktuell muss es schon sein. Nicht jedoch beim Tradimix. Das ist wohl so eine Sendung auf dem Kanale 1, jeden ersten Samstag im Monat gibt es da was neues zum Hören.

McGesellschaft

Dass die Kulturwellen des Rundfunks nicht mehr das sind, was sie einmal waren, wissen wir und spüren es immer wieder neu. Dass aber die so genannten Musiksender (gemeint sind Viva und MTV) mittlerweile zu Gag- und Pseudo-Realitäts-Komposthaufen degenerieren, das ist neu. MTV kündigt seine Sendung „MTV Spin“ und Viva „Fast Forward“ (und damit Charlotte Roche). In Zukunft soll es am besten gar keine Musik mehr geben zwischen 13 und 23 Uhr. Einerseits könnte man sagen: Prima, das war sowieso nur Poprotation vom Langweiligsten und ging ohnehin nur nach Bezahlung.

Logik für Anfänger: Herr Romann vom NDR

Das GANZE Werk hat die letzten Ausflüsse des Hörfunkdirektors über die Frankfurter Rundschau veröffentlicht. Man sieht nicht nur, der Ton wird schärfer, er wird vor allem auch dümmer. Gernot Romann ist der Hörfunkdirektor des NDR und verantwortlich für die Umgstaltung des Programms unter anderem bei NDR Kultur. Dieser also fürchtet sich des abends und des nachts vor Drohanrufen, heißt es in der FR. Auslöser dieser Anrufe sollen aus dem Umkreis der Initiative „Das GANZE Werk“ kommen. Herr Clostermann, von Romann höchstpersönlich als „Kultur-Ajatollah“ bezeichnet, verwehrt sich dagegen. Das ist nicht fein, Herr Romann. Würden sie nicht gesichert im ARD-Nest sitzen, sondern wie dermaleinst Herr Jenniger dies im Bundestag sagen, wären sie sicherlich hochkant zum Rücktritt aufgefordert worden. Aber darum soll es hier gar nicht gehen, dass sich die ARD einen wie Romann leistet, das ihr gutes Recht und spricht für sich.

Update: Inzwischen hat sich die Frankfurter Rundschau berichtigt. Weder habe Herr Romann jemals gesagt, dass ihn Clostermann bedrohe, noch bezeichne er Clostermann als Kultur-Ayatollah sondern:

Romann hatte demgegenüber lediglich gesagt, es sei gerechtfertigt, „in diesem Zusammenhang von Kultur-Ayatollahs zu sprechen“. Wir bitten um Entschuldigung. FR

Update-Ende

Bald 1000

Ayatollah HuflaikhanMitglieder darf die Initiative „Das GANZE Werk“ aufweisen. Momentan geht es da mit riesigen Schritten vorwärts. Herrn Romann, dem Hörfunkdirektor, geht der Arsch, wie man so umgangsprachlich sagt, mächtig auf Grundeis. Er bewegt sich, wenn meine Informationen stimmen sollten, vorwiegend auf administrativer Anweisungsebene und lässt so manches Mitglied „überprüfen“ und setzt „seine“ technischen Mittel in Bewegung. Aber wer überprüft Herrn Romann, den großen Schweiger. Fehlt nur noch ein gescheiter Maulkorberlass. 

Mich würde übrigens auch mal interessieren, was denn die NDR-Kultur-Macher über den eingeschlagenen Weg bei NDR-Kultur so denken. Meine Damen und Herren, bitte äußern Sie sich hier ganz frank und frei und von mir aus auch anonym. Aus Erfahrungen bei anderen Sendern darf ich wohl vermuten, dass das, was Herr Quote, Herr Romann und Frau Mirow beim NDR veruanstalten zumindest bei den Redakteuren, die man nicht romannkonform ersetzt hat, nicht in dieser Weise geteilt werden wird.

Lieber Herr Romann,

„NDR Kultur wird täglich von mehr als 240.000 Menschen eingeschaltet.“ Das sei ein „Beweis, dass ihnen das Programm gefällt“. Hingegen habe die Initiative „das Ganze Werk“ nur hundert Mitglieder.

und sei daher irrelevant, meint Herr Romann, Hörfunkdirektor des NDR. Da haben Sie Recht, junger Mann. Ich schlage daher vor, dass Sie ausführlich in ihrem Rundfunk auf diese Initiative hinweisen und dies auch im Online-Angebot machen. Schaun wir doch mal, wie viele von den angeblich täglich 240.000 Zuhörern von NDR Kultur sich dann der Initiative anschließen werden. Denn, so wie Sie, Herr Romann, rechnen, ist der Vergleich ja unfair. Ich fordere gleiche „Waffen“ und täglich mindestens 10 Jingles mit Hinweisen auf „Das GANZE Werk“. Es geht ja nicht an, dass Sie, Herr Romann, Ihre Medienmacht in dieser Weise missbrauchen und missrechnen.

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