Zeitgeschichte

Zeitdiagnose

Ich kann mich gerade gut erinnern, wie wir mal in den 90er Jahren und Anfang des 21. Jahrhunderts im Feuilleton unseren Spott ausgegossen haben über eine Tendenz, die man nonchalent „Spaßgesellschaft“ genannt hat. Der Hedonismus und der Narzissmus standen oben auf der Skala der Kultureigenschaften einer wohlsituierten westlichen/deutschen Gesellschaft. Big Brother gehörte dazu, ebenso wie die der angebliche Bildungsverfall wie er dann in den PISA-Studien sich ausgedrückt hat oder die sog. Politikverdrossenheit.

Zugleich brachte diese Zeit ihren Agenten kein Glück. [node:read-more:link]

Markt. Foto: Hufner

Verlorene Generation – Intellektuellenradikalinskis

Es gibt diese Generation der radikalen Heimatlosen. Sie steckt so zeitlich zeitlich zwischen mir und den Älteren wie Habermas und Kluge. Ihre Vertreter kommen meistens aus einer „linken“ Ecke, haben dort alles gelernt, was man lernen muss, um mit Sprache umzugehen, kennen Marx fast auswendig und je nach Lager auch Lenin, Mao, Stalin, ggf. Trotzki. Mittlerweile irren sie intellektuell umher und versteifen auf Haltepunkt des Geistes, die sie sie gerne dann in Scheinreligiösität oder im Kapitalismusglauben finden, oder im radikalen Wahnsinn. Oder bei allem zusammen. [node:read-more:link]

Behandlung wäre gut. Foto: Hufner

App! Napp! NapperlapApp! – Das Ende des Internets wie wir es bisher kannten

Post Internet. Foto: Hufner

Ich bin fast fest davon überzeugt, dass gerade das Internet in seiner bekannten Form verschwinden wird. Zumindest für die große Maße der Netzkonsumenten. Der Gedanke, man müsse den Inhalt retten (Blogs und Nutzergenerierte Inhalte zum Beispiel), um damit den Status wiederherzustellen, den Blogs einmal hatten und zu dem auch gehörte, mehr oder weniger Besitzer der Daten zu sein, zu wissen, wo sie liegen und selbst einigermaßen darüber zu verfügen, dieser Status ist eine schöne und großartiige Sache - aber wohl Schnee, der sehr schnell endgültig wegtaut. 

Irgendwo im netz meinte jemand, die nachwachsende Generation habe andere Ansprüche, die sie stelle und auch verwirkliche (bzw. verwirklichen lasse). Alles wahr. Alles aber unwichtig. Die Dinge, von denen als dem großen Ding sprach, sind mehr so Mode-Angelegenheiten. Doch das genau ist es, was passiert. Es kommt die Zeit der Mode wieder, wie vor 100 Jahren.

Zeitalter, das unser Leben frikassiert

„Im Gegensatz zur späteren Zeit, war die bürgerliche Durchschnittsfrau damals meist tätiger als der Mann, dafür aber an geistigen Dingen fast uninteressiert, während dieser, infolge der vielen freien Zeit, die ihm zur Verfügung stand, allen Fragen der Bildung eine weit höhere Anteilnahme entgegenzubringen vermochte als heutzutage. [node:read-more:link]

Jan Toorop: Das Lied der Zeit. 1893, Pastel und Kohle, 32 × 58,5 cm. Otterlo, Rijksmuseum Kröller-Müller
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