Texte fürs Blog

Ach Semmel!

Ich vermute, Du findest das zwar auch doof und dumm und tumb und überflüssig und scheiße und blöde. Und ich habe mich selbst immer im Verdacht, dass Du nur wegen meines bekloppten Journals (temporär) aufgegeben hast. Ich glaube aber auch nicht, dass du gar so lange deine laute Klappe halten kannst. Dwarf und dir aber ein wunderbares Interregnum (sagt man doch so, oder?) — naja und dann noch die Wechseljahre und die Hormonumstellung und dann noch diese doofen Computerprobleme. Mir hat es jedenfalls immer viel Vergnügen und Sackgekratze verursacht, wenn ich das Kopfhoch-Studio besucht habe. Schon der Titel war ermutigend und entmutigend zugleich mit dem Kopf in der Schraubzwinge - so außerirdisch irgendwie und so wehevoll.

Dass du pausierst oder ganz aufhörst (woran ich zweifle), finde ich gleichwohl stark. Selberst wollte ich dies auch schon mehrfach probieren, aber dazu fand ich nie die Kraft und den Mut und den Entschluss. Zu sagen, ich habe deine Texte von ganzem Herzen bewundert, würdest du bestimmt schnell als Geschleime und Laberbackerei enttarnen können und wollen und müssen. Gleichwohl:

<%image(20041122-ansemmel.jpg|300|371|Für Semmel)%>

Und eigentlich hatte ich auch heute abend vor, mein Journal schwarz zu verhängen. Aber auch das hättest du nur als billigen Trick enttarnt. Auch damit hättest du Recht behalten. Ich finde es schade — gleichwohl empfinde ich es als Ansporn.

Auch wollte ich ein kleinen krächzenden Gesang mit „Semmel, komm bald wieder, bald wieder nach Haus …“ verlauten lassen. Aber auch das ist nur ein hilfloses Geblöke. Ach, Semmel, ich wünsche dir eine gute Zeit bei allem, wofür du nun Zeit findest; und sei es, dass du den Bundesaugust dermaleinst beerbst und dem Bundestag komplett die Hosen herunterziehst, deinen Waiblinger Mit- und Unbürgern.

Aber ich gebe nicht auf, Copyright von Brecht hin oder her, dir dies aus meinem Liederzyklus „Für Freunde VII“ mit auf den Weg zu geben:

<%image(20041122-brecht-messer.gif|520|610|Semmel)%>

Das ist noch widmungsfrei und hätte von einem anerkannten Kriegsdienstverweigerer natürlich nie bekannt werden dürfen.

Kommentare

1) habe ich nicht aufgegeben, sondern einfach nur aufgehört.
2) musst du mir erklären, was 'dein journal' ist.
3) danke für den abgesang
4) den kopp inner schraubzwinge wird's weiter geben. weine nicht, kleiner harry.
5) ich komm wieder - keine frage!

1) na klar
2) muss ich nicht, so wenig wie du*
3) …
4) ich trockne meine Tränen
5) bestens

*) dieses „Wasndas“ geht mir am Gesäß vorbei. Aber zur Beruhigung. Auch früher habe ich Texte verbockt und kopiert und dann „meinen“ Freunden jährlich zukommen lassen.

alter, jett klär mich bitte auf zu punkt 2). den versteh ich nicht...

Punkt 2 versteh ich doch auch nicht!

du schreibst: „Und ich habe mich selbst immer im Verdacht, dass Du nur wegen meines bekloppten Journals (temporär) aufgegeben hast.“ und diesen satz versteh ich nicht. sorry.

Ach so. Ich wurde den paranoiden (?) Verdacht nicht los, dass du die Kritische Masse so bekloppt gefunden hast, dass du die Laune verloren haben könntest. Also, wenn schon auch der Hufi nix auf die Reihe bekommt, sondern mit Darmgeblubber posiert, dass dich dann die komplette Verzweiflung überkommen sein könnte. Auch dein Eintrag „Zitatendrang“ http://www.kopfhoch-studio.... , dein Eintrag „Virtueller Rundgang“ http://www.kopfhoch-studio.... ließen in mir das Gefühl hochkommen, dem Semmel nicht zu genügen. Deine „Grübelei“ http://www.kopfhoch-studio.... dann noch. Du weißt, dass ich einerseits diese Grübelei sehr schätze, du weißt auch, dass ich sie für blödsinnig halte. Semmel habe ich geschätzt, gerade wegen der Abwesenheit dieser koketten Selbstbezüglichkeit, gerade, weil ich Semmel als einen, der mit dem „Hammer schwadroniert“ sehr mag. Der sich einen Scheiß um „politische Korrektheit“ geschert hat. Und weil er im engeren Sinne aus „meiner Generation“ stammt und mir durch sein Texten zeigte, dass man nicht zwangsweise bekloppt sein muss, wenn man scharf auf die 75 zugeht. Und nicht zuletzt, weil ich dich für unberechenbar halte, was ich in meiner Buchhaltermentalität wunderbar fand und finde. Genug?

du gehörst auch zu den leuten, die kritik oder anmache zu sehr auf sich selbst beziehen. das haben wir beide gemeinsam. und davon sollten wir einigen leuten im netz mal ein paar scheiben abgeben. denn die meisten, die ich so in den letzten monaten (virtuell) kennenlernte, sind aseptisch und sehr, sehr gute menschen.
wenn ich an deiner kritische masse was zum meckern habe (wieso redest du in diesem zusammenhang im present-perfect?), werd ich es dich wissen lassen. außerdem muss mir doch keiner genügen. das ist totaler schwachsinn.
harry, ich bin doch nich wech! heute morgen hab ich schon wieder so viel scheiß in mich aufgenommen, dass ich es schon fast wieder...
sei sicher: dich hab ich auf jeden fall im auge.

Okay. Augen zu und durch. Alles andere brauchen wir nicht in aller Öffentlichkeit zu besprechen. Ich wetter, du hälst das eh nicht länger als drei Tage aus. Im übrigen bin ich schwer enttäuscht vom VFL Wolfsburg. So krepele ich weiter auf Platz 9 herum und habe den Anschluss etwas verloren. Und die Kommentarfunktion für diesen Beitrag deaktiviere ich.

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