Texte fürs Blog

Also

jetzt, wo es um einen iPod geht, gerade jetzt, jetzt also fällt mir nichts mehr ein. Das ist eine Schande. Gewiss, da wäre mal einen Anzeige der Fa. Yamaha auseinander zu nehmen. Gewiss, da wäre dem Kulturstaatsminister Neumann der Marsch zu blasen (und nicht nur wegen seines unsäglichen Vertreters), gewiss da wäre ohnehin und sowieso mal die Zeit für ein paar Ansprachen wie „Völker dieser Erde, Deutsche, Volltrottel“ (hab ich wen vergessen). Das und mehr wäre mal richtig an der Zeit.

Aber nichts geht. Einstweilen verweise ich auf ein paar Details in der aktuellen nmz:

Zwei Cluster:
# Cluster. Hinterweltler
# Cluster. Berliner Syndrom

Einen Semmelmann:
# Redunzl Semmelmanns Musica viva. Bayreuth was a gas

und einen
# Nachschlag. Der heilige Zeitgeist ist über uns gekommen ...

Und darauf, dass morgen abend taktlos zum 103. male in den Ring geht zum Thema: „Singen wir wieder?“ [Bayern2Radio, 21:30 - natürlich mit einem wahnsinnig witzigen Beitrag von Dr. Hufner, was haben wir gelacht]

Und ich möchte noch einmal betonen, dass mir das ganze Witzigsein, was irgendwie erstes Stilmittel bei der Blogweltermeisterschaft der Deutschen Welle zu sein scheint, sehr, wirklich sehr auf die Eier geht. Überhaupt!

Liebe Blogger und Bloggerinnen,
ich habe die Nase voll von diesem Humor, diesen Witzen, dieser Ironie, dieser Skurrilität, vom „anderen Blick“, von dem ein bisschen „anders sein“. Außergewöhnlich ist heute, wenn man es nicht ist. Auch der Nonkonformist ist Konformist. Denkt einmal nach über den Rehbraten, über die Mülltonne, über den 5. Gang beim Auto und beim Essen; darüber warum auch Kühlschränke erfrieren können, dass Spam gelungene Kommunikation ist. Darüber, dass nicht alle Menschen Hosenscheißer sind (weil sie entweder nicht mal Hosen haben oder nichts zum Scheißen), darüber, dass das Internet eigentlich ein Winzling ist. Darüber findet man wenig im Internet oder im anderen Leben.

Ödön von Horwath:

INNERES: Das ist nicht so einfach. Die Leut wollen keinen Krieg.
KRIEG: Was?
INNERES: Sie sagen, daß sie für nichts arbeiten. Meine Herrschaften, unlängst hat eine Munitionsarbeiterin erklärt, sie möcht lieber eine Sense herstellen, wie einen Säbel.
KULTUS: Pervers!
KRIEG: Woher haben die Leut die Ideen?
INNERES: Von selbst.
KRIEG: Unmöglich!
INNERES: Wir müssen also den Heimatgedanken wecken! Wir müssen sagen, daß die Wilden uns überfallen wollen — es ist nur so zu machen! 1

Hier bricht das Manuskript zu „Johann, der Soldat“ ab. Und ich muss jetzt in den Zug nach Würzburg.

  • 1. Ödön von Horváth: Ein Fräulein wird verlauft und andere Stücke aus dem Nachlaß, Frankfurt am Main 2005, S. 147 f.

Kommentare

Herrjeh ich denke und denke darüber, aber auch: Ist das ein Höhn auf der #103?

Kein Wunder, wenn du nur noch wirr sprichst. Wer geht denn schon freiwillig nach Würzburg? Eine der schlimmsten Städte, die ich bisher kennnenlernen musste. Lag aber vielleicht auch daran, dass ich damals bei der Artillerie war. Bäh, unangenehme Erinnerung.

Richtig Buster!
Richtig.
Det är de berühmte Krähnor och Händl-Interpret Schworznegger.
Das Foto zeigt ihn übrigens beim Intonieren der berüchtigten Arie
„Kräh farò senza Molly et Hü-üppel!“
aus der Höna-Oper eines gewissen
Christoph Willibald Duck.
GANZ große Krähkunst, das! Ganz große!

Hier der Höna-Star beim späteren Foto-Schuhting:
http://pepa.blogmich.de/wp-...

Also singen wir mit schwedischen Hähnen die Schwarzenegger II heissen? Wenn das mal nicht DAS interkulturelle KulturBlögDoitschlands ist mit herausstehenden Qualitäten für die internationale BlögCommunity ...

Wie war das doch gleich mit den krähende Hähnen?
Ich meine, da gab's doch mal so eine Strangulationsnummer, nicht wahr?

Ach ja, nee, da ging es ja nicht ums Singen, sondern ums Pfeifen.

Aber alles sehr spannend, doch doch, spannend,
unheimlich s p a n n e n d!

Das scheint aber WEIT weg zu sein, dieses Würzburg. Ich hab daran übrigens auch nur seltsame Erinnerungen, auch ohne Artillerie. Die Stadt lebt irgendwie davon, dass drumherum so gar nichts ist, da ist ein bisserl schon mächtig viel ...

Da habt ihr euch ja gut unterhalten hier; also möchte ich gar nicht stören.

Würzburg. Ich fand das nicht so schlimm. Weiter als über Bahnhof und Juliuspromenade kam ich aber auch nicht hinaus.

Die Lokale dort schließen aber regelmäßig um 24 Uhr, knallhart offenbar. Im Hotel gab es keine Flasche gekühlten Weines und was genauso schwer wiegt, keinen Korkenzieher für den warmen Wein. Eigenartig. Im Schaltraum in München dagegen schwang sich eine Stimme aus Berlin auf und verwirrte die Franken aus Würzburg.

Taktlos kann man jetzt auch nachhören. Und ist garantiert kein Podcasting. http://www.nmz.de/taktlos/2...

Mein Beiträgchen ist wie immer eine Perle der Kunst. Das darf ich in aller Bescheidenheit wohl anmerken.

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