Texte fürs Blog

Farbe des Tages II

Grau. Neueheimatgrau. Semmel kommentierte bereits.

!~~1/20041127-igs-schule.jpg|Huflaikhan vor seiner späteren Schule~~!

Dies Bildnis wunderbar zeigt den jungen Huflaikhan in Tarnkleidung nach seiner Schlacht gegen die spätere Schulbehausung in der Autoherstellungsstadt Wolfsburg um das Jahr 1970. Etwas unscharf foddegrafierte ihn sein Herr Papa. Warum man im Sonntagsanzug damals die Schlachten schlug, warum man überhaupt sich damals zum Foddegrafieren dorthin begab? Das wird wohl ein Rätsel der Kindeserziehung für immer bleiben. Vielleicht dachte sich aber auch der Herr Papa: „Wenn du nicht brav bist, dann werden wird dich später auf diese Schule schicken.“ Offenbar war ich nicht brav.

Huflaikhan posiert jedenfalls in der Haltung des Herrschers, der gerade seinen Tiger erlegt hat. Der Tiger bestand aus abwaschbarem Beton mit grafisch hochkünstlerisch unterteilten Fenstern. Mann, war man damals bauklug. Die Schulklassenräume befanden sich alle mit Fenstern gen Nord. Mit Hitzefrei war es da schwierig. Gleichzeitig versprach der Blick nach Norden die Aussicht auf das so genannte Freibad West; das machte die Schule für die Wasserhüpfer und Anbaggerer im Sommer auch nicht gerade einfacher.

Im Übrigens, Meister Semmel, wie war das noch mit der Neuen Heimat — gab es da nicht sogar die Konkurrenz mit ähnlichem Namen: Neuland. Neuland, die bauten in unserem Stadtteil Detmerode (Nachbarn nannten es Dreckmerode) die ersten Hochlandwohnungsebenen. „Wo wohnst Du?“ „In der Neuland-Burg!“.

Für den kleinen Huffi war Detmerode jedenfalls die Neue Heimat nach drei entbehrungsreichen Jahren in den Emsländer Sumpfgebieten, wo man noch gepflegt, einfach so, auf die Straßen kacken konnte. Es gäbe höchstens nur noch eine Deutung: Dass sich bei Huflaikhan die Oberschenkel erst im Alter von vier Jahren gebildet haben. Die Chronik des Dorfes Tinnen bei Haren schweigt sich da aus. Was nicht wundert, zumal, wie man mir später sagte, das ganze Gebiet dort damals auf Grund von Inzucht ziemlich degeniert gewesen sein muss. Da tat mongolisches Blut ganz gut.

!~~1/20041127-hufi-kackt.jpg|So kackt man uff de Straß~~!

Update:
Es kann aber auch anders gewesen sein. Herr Papa: „Jung, hock' dich mal hin, sonst passte nicht aufs Foddo.“

Und die Anoraks waren damals spitzenmäßig hübsch gemustert. Selbst die Emsländer Braunbären, Füchse und Wölfe wagten sich dann nicht an solche Menschen heran. Mit den Mücken war das anders. Die waren wie Huflaikhan farbenblind.

Kommentare

Mann, was die Eltern mit uns früher so alles gemacht haben. Aber der fiese Anorak is noch lange kein Grund sich mitten auf die Straße zu hocken und da hin zu kacken.

Das fiesester war jedenfalls der Scheitel - stirnscheitelunterschwang nach nöten nördlich kechelnd ...
Ähem: Ja. Ich muss jetzt auf richtige Ergebnisse hoffen. Ach, eigentlich wollte ich was anderes sagen, jetzt hatte ichs gerade vergessen und nun weiß ichs wieder. Hat auch gar nichts mitm Thema zu tun. Also nämlich, heute fand ich ein Wort wieder einmal so was von hinreißend: „Kostendämpfung!“ Ha, da geht mir echt was ab. So wie bie Pfostenkotzen. Aber, das sei nur mal so gesagt, weil es durch mein Hirnwindungen schoss.

Oder Pleitenscheitel. emmmm

der scheitel is fies. da haste recht. aber wir hatten keine chance.

Aber die Radiowerbung von der Neuen Heimat war doch genial: „Rudi, Rudi, lass uns lieber zur Neuen Heimat gehen!“ Ich glaube, das war das Spaßigste, was die damalige Werbelandschaft überhaupt her gab.
Hochbetonik mag ich eigentlich ganz gerne.

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