Texte fürs Blog

Fehler, großer Fehler! – Ein Wecker

Eigentlich kommt es nur ein mal in zwei Jahren vor: Dass ich verschlafe, trotz Weckers. An sich ist das unmöglich, es sei denn, man schläft nach dem Weckruf aus Versehen wieder ein. Die gewöhnliche Taktik bei mir ist es, dem Weckruf absolut Folge zu leisten. Es heißt dann umgehend aufstehen, gegen welchen inneren Impuls auch immer.

Nun, heute ist es passiert, obwohl ich wahrscheinlich ziemlich genau zur gewünschten Zeit aufgewacht bin. Das Problem war nur, der Wecker tutete nicht, also konnte ich doch dösen. Viertel vor sechs hätte er bimmeln sollen, er bimmelte gar. Und irgendwann wurde mir die Sache zu bunt und ich schaute auf ihn drauf. Die Uhrzeit war nur ungenau mit kurz vor sieben zu deuten. Irgendwas hat nicht gestimmt und ich werde also nicht mich in zwanzig Minuten fein machen zum Hausverlassen und Zugerreichen. Zur Erklärung ist jetzt ein Foddo dieses Teils unverhinderbar.

<%image(20050111-uhr.jpg|500|381|Wecker)%>

Ein schönes Dingens ausm Moma von San Francisco (dem SFMOMA). Das Geld musste man ja loswerden, wollte man nicht nach Hause nehmen. Aber, bitte meine Herrschaften, wie spät ist es dort. Könnte etwa viertel vor Drei sein. (Man beachte noch den Weckzeiger, er steht ungefähr auf viertel vor Sechs). Aber irgend etwas stimmt da nicht. Genau.

Genau, der Wecker steht auf dem Kopf. Und das war das Problem. Als ich gestern abend mir den Wecker stellen wollte, zeigte er die auf dem Kopf stehende Zeit an und ich mutmaßte, die Batterie macht es nicht. Die gehört ausgetauscht und der Wecker in der Uhrzeit korrigiert. So gemacht und so geschehen. Das war natürlich auch schon dämlich, aber gut. Die Weckzeit eingestellt und den Wecker durch anheben des Weckfunktionsumschalter nach oben scharf gemacht. Nur, meine Damen und Herren, was tat ich da wirklich?

Richtig. Ich machte ihn unscharf! Denn das Ding stand ja auf dem Kopf und daher nahm das Unheil der Verspätung seinen unseligen Verlauf. Dabei war die Sache schon an sich verkorkst.

Buchhalterischer Exkurs:
Zu einem Termin hätte ich um 9 in München sein sollen, den hätte ich, aber bekannt gemacht, sowieso um eine halbe Stunde nicht erreicht. Das war nicht so problematisch. Aber, dass ich keine Rückbestätigung hatte, ob der Termin überhaupt noch gilt (mehrere Anrufe, eine Mail und eine SMS blieben ohne Antwort), machte die Sache pikant (eine Woche zuvor bat ich schließlich um eine Verlegung und man versprach mir, es zu erwägen). Ich leitete alles in die Wege, dass die Leute auch ohne mich hätten arbeiten können. Mail mit Text ans Sekretariat und wählte eben den nachfolgenden Zug, eine Stunde später. Auf dem Weg zum Zug erhielt ich dann die Bestätigung der Nichtverlegung des Termins und überhaupt den Ort des Treffens in München, aber auch die Information, dass der Termin bis 13 Uhr angesetzt war. Na okay, das war alles machbar. Und so war es dann auch.

Positiver Nebeneffekt: Die Reisekosten wurden etwas geringer, obwohl sie an sich gestiegen sind. Das Single-Bayern-Ticket (das heißt übrigens nicht, dass man Single sein muss, um damit zu fahren) ist nämlich teurer geworden, kostet jetzt 19 statt 15 Euro. Da die Abfahrt aber vor 9 Uhr lag, musste noch ein Zusatzticket bis Eggmühl gelöst werden zu 3 Euro 20. Zusammen also 22 Euro 20, statt zweimal 14 Euro 85 für Einzeltickets mit 25% Rabatt.
Übrigens ließ sich der Wecker ganz einfach reparieren und ich musste ihn wegen Fehlfunktion nicht zum Uhrmacher geben. Ich drehte ihn einfach um 180 Grad in die hoffentlich korrekte Position (wie sind ja nicht down under oder so).

Und zur Erholung sowie zum Amüsemang ein Stück für Wecker, Geige, Gitarre und Gesang: Ein Morning Song.

Kommentare

Herr Hufner, ein Hahn hätte es auch getan.

„Buchhalterisch“ aber immer schön auf dem langen eeee betonen. Konnte mir noch niemand erklären, ist aber so.
Die gesparte Weckerreparatur hätten'S aber auch einkalkulieren können.

Hehe, den Hahn hätte ich demnach ungespitzt in den Boden gerammt. Und das mit dem „buchhalten“, tja, erklären lässt sich das nicht und gleichzeitig komme ich mir saublöde vor, wenn ich es mit langem eeee betone. Das klingt so klugscheißerisch (mit kurzem e). Es erinnert mich auch an manch Wiener, der Fotokopie auf dem letzten e betont: Fotokopië. Ich finde das, um ein gestern am Telefon gelerntes neues Wort zu benutzen, voll „beknattert“.

Angetrieben von:

Powered by Drupal