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Free Culture und die Werbung

Letzte Woche ist Lawrence Lessigs neueste Publikation “Free Culture” erschienen. Als Buch bei Penguin und als kostenloser Download unter einer Creative-Commons-Lizenz. Der doppelte Vertriebsweg zeigt jetzt seine Vorteile. Innerhalb kurzer Zeit sind einige Besprechungen erschienen, sowie diverse Download-Formate: Als MS-reader, Rocket e-Book, zipped, iSilo, Mobipocket, EasyRead, PostScript, Plain Text, html. Für jeden Geschmack was dabei und es gibt das Buch auch als Bittorrent-Download. Viel mehr kann man da wirklich nicht machen.

Das ganze scheint auf voller Breite erfolgversprechend zu sein. Die, die es gerne als Buch lesen und im Regal jederzeit zur Verfügung haben wollen, können dies machen; jene, die nur mal schnell was überfliegen wollen, können es machen. Keiner kauft die Katze im Sack. Die Rechnung wird dennoch, oder gerade deshalb, aufgehen.

So zeigt dieses Beispiel, welches sich schließlich mit der Zusammensetzung freier Kultur auseinandersetzt, dass innerhalb verschiedenster Medienzusammenhänge ein kultureller Mehrwert herauskommen kann. Wenn es nur ein Testballon gewesen sein soll, dann scheint er gelungen zu sein und könnte künftige Versuche positiv motivieren. Die Umkehrung des Bezahldienstes.

Hinzuweisen wäre in diesem Zusammenhang auch auf ein Interview, welches der Zündfunk mit Stefan Strüver von !K7 geführt hat, da dieses Label nun mit einem NoCopy-Protection-Logo wirbt. Ganz interessant, dass sich !K7 gegen den Kopierschutz ausgesprochen hat, obwohl die ersten Erfahrungen eigentlich eine andere Lösung nahelegten. Strüver meinte:

Wir haben in den letzten zwei Jahren Kopierschutz auf unseren CDs benutzt - mit wechselnden Erfolgen. Als wir damit angefangen haben, bekamen wir einmal einen Anruf von unserem französischen Vertrieb, der uns erzählte, dass unsere erste CD mit Kopierschutz sich in den ersten Wochen besser verkauft hat als alle unsere Veröffentlichungen ohne Kopierschutz. Da hat man dann gedacht: Das macht Sinn.

Und Strüver ist sich auch der Problematik bewusst:

Jetzt freuen sich zum Beispiel viele Fans und Musikmagazine über unseren Schritt, auf der anderen Seite gibt es aber auch Leute, die sagen: “Wow, gut zu wissen, dann muss ich ja für die neue DJ-Kicks gar keine 15 oder 20 Euro mehr ausgeben, ich kann sie mir ja von meinem Kumpel brennen.”

Abschießend überdenkt er auch noch einmal, wie zukunftsträchtig dieses Verhalten war. Positive Reaktionen gab es ja:

Jetzt haben wir ein “No Copy Protection”-Logo. Und ich muss im Nachhinein sagen: Die Reaktionen, die wir bekommen haben, zeigen uns, dass die öffentliche Kampagne der richtige Weg war. Jetzt denkt zum Beispiel der englische Tonträgerverband der Independent-Labels, AIM, darüber nach, die Kampagne für alle englischen Independent-Labels zu übernehmen. Das haben wir mit angestoßen, und das macht Sinn. Ob es tatsächlich der richtige Weg war, das wird die Zukunft zeigen.

Ob es der richtige Weg war? Meines Erachtens zeigen sich erste “Erfolge” zum Beispiel beim Buch “Free Culture” von Lawrence Lessig. Wenn sich diese Szene weiter verbreitet, dann dürfte sie wirklich neben (und vielleicht auch innerhalb und mit) den traditionellen Vertriebswegen sich etablieren.

UPDATE: Jetzt gibts das Buch sogar vorgelesen.

Kommentare

Hallo Huflaikhan, da Ihr Bookreview so gut geschrieben wurde, habe ich ein Trackback in dem Projekt “Free Culture -Chinese Edition” gemacht.
Das URL ist: http://www.socialbrain.org/...
Danke für Ihre kreative Idee!

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