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Hochschule von innen – nichts Gescheites drinnen

Zentrale und Parteigebäude der NSDAP — München. Jetzt Hochschule für Musik und Theater. Musik soll angeblich den bösen Geist ausgetrieben haben. Wenn das mal stimmen sollte, dann wäre es wenigstens richtig.

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Im Rücken des Foddegrafen übrigens das alte Kaminzimmer mit dem entsprechenden Balkon für des Führers Ausschau und Paraden. Na super.

Also: Wie war das doch noch mit dem Austreiben des bösen Geistes durch die Musik. Das Umgekehrte ist auch gut gelungen. Im September 1934 schreibt der Berliner Oberregierungsrat Dr. Schlösser an Reichsminister Joseph Goebbels:
Bei Machtübernahme war die Lage auf dem Operettenmarkt so, daß 80% der Produktion sowohl musikalisch wie textlich jüdischen Ursprungs war. 10% war den Komponisten nach arischen, den Librettisten nach aber ebenfalls jüdischen Ursprungs. Die rein arischen Werke endlich dürften 10% nicht überstiegen haben. Unter diesen Umständen war es nicht möglich, die jüdischen Bestandteile der Operette restlos auszumerzen. Vor allem musste auf die wirtschaftlich schwierige Situation selbst subventionierter Bühnen einige Zeitlang noch Rücksicht genommen werden. Das erwies sich deshalb als umumgänglich, weil infolge jahrzehntelanger Bearbeitung durch die undeutsche Presse das Publikum die Aufführung namhafter Operetten, und namhafte Operetten waren ebenfalls durchweg jüdische Operetten, verlangte.
Das sah zum Beispiel für Paul Abraham so aus: Durch den rassistischen Boykott reduzierte sich die Anzahl der Aufführungen seiner Operette ‘Die Blume von Hawai’ von 1.725 in der Spielzeit 1932/33 auf 8 in der nachfolgenden Saison. Auch das: Der Geist der Musik.

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