Texte fürs Blog

Kritische Masche

Manchmal ist Kritik auch nur eine Masche.
Nu lass mich doch mal meinen unklaren Gedanken zum Ende bringen,

sagte ich gestern abend zwar nicht, aber dennoch verkeilte sich der Gedanke zwischen Finnland und Irland, als F. sagte, die Utopie dauerte genau fünf Tage und ergänzte, es würden einmal Historiker ein Entwicklungsmodell von Gesellschaften entdecken, wonach jede Gesellschaft zur Weiterentwicklung ihrer selbst einmal durch die Bananenphase gegangen ist oder gehen muß.

Kommentare

Wenn es stimmt (und sicherlich stimmt es), dass Kritik manchmal auch nur eine Masche ist...

...dann, ja dann...

...muss man wohl die Waffel der Kritik durch die Kritik der Waffeln ersetzen und kräftig zubeißen. So stopft man sich das kritische Maul und kriegt etwas in den Magen. Und zuweilen tut das ja ganz gut.

Postmeister, akkurat! Man könnte aber auch ganz einfach sagen, der Hufi hat einen an der Waffel (und das stimmt sicherlich auch).

Das musste ja kommen. ;-) Mir scheint die Waffel aber noch ganz in Ordnung zu sein. Allenfalls vielleicht zwei- oder dreimal zu oft selbstkritisch gewendet.

Außerdem, liebe Brüder und Schwestern: Lässt sich denn nicht von uns allen sagen, dass wir irgendwie einen an der Waffel haben? Und wenn es so ist, sollte es dann nicht erlaubt sein, diese Redensart zum Material erbaulicher Sprachspielchen zu machen? Etwa so:

rutschky hat einen an der waffel
wutschky hat einen an der raffel
watschky hat einen an der ruffel
waffky hat einen an der rutschel
wuffky hat einen an der ratschel
ruffky hat einen an der watschel
rutschky hat einen an der waffel

(Eine Beleidigung des verdienten Essayisten Michael R. ist damit nicht beabsichtigt. Er hat einfach nur das doppelte Pech, a) einmal einen Satz geschrieben zu haben, der den verhängnisvollen Initialgedanken auslöste und b) einen so wunderbar geeigneten Nachnamen zu haben...)

Ja, Postmeister, ich weiß, ich bin ja so berechenbar. Und zur Kulturkritik hat in den 50er-Jahren der Adorno einmal geschrieben. Das Wort Kulturkritik „erinnert an einen flagranten Widerspruch. Dem Kulturkritiker paßt die Kultur nicht, der einzig er das Unbehagen an ihr verdankt. (…) Indem die Kritik darauf insisitiert, gerät sie in Versuchung, das Unsagbare zu vergessen, anstatt wie sehr auch ohnmächtig zu trachten, daß es [Verzweiflung und unmäßige Leiden] von den Menschen abgewandt werde.“

Das ist ein schönes Zitat, das das mittlerweile gängige Adorno-Klischee nett konterkariert. Und ein guter Grund, die Kritik eine Weile ruhen zu lassen und zum hufi ludens zu werden.

Postmeister, du verstehst mich und das freut mich.

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