Texte fürs Blog

Masse und Individualismus

Ein Phänomen an Ostern. Als alter Katholik, als wirklicher Kathole einstmals, gibt es auch im Nachhinein immer wieder Probleme mit dem Ritual, wenn man es denn besucht. Das Faszinierende ist dabei das Abstoßende zugleich. Das Mystische räuchert sich an im Dumpfen. Es ist auch die Art der religiösen Belehrung, die einem dabei auffällt.

Das ist alles nur zu ertragen unter der Prämisse absoluter Gewaltlosigkeit. Doch das ist in einer Masse nur ein frommer Wunsch. Masse ist fast immer automatisch Gewalt.

Ich lese gerade wieder einmal in Charlotte Beradts „Das Dritte Reich des Traums“ und habe neulich auch wieder einmal die „Macht der Gefühle“ von Kluge angesehen. Von der Masse fühle ich mich umso weiter entfernt, je deutlicher ich vermerke, wie die Gefühlsaustauschmaschine momentan auf hohen Touren dreht. Zu sehen, wie jetzt Generationen heranwachsen, die ganz richtig bemerken, dass etwas abstoßend sei, dies aber nur noch am Abbild festmachen kann, dieses schon zu distanzieren soweit gelernt hat, dass der Vorschein der Welt, wie sie sich einem zeigt, nicht länger real sein kann - im Gegenteil: die Realität nur ein Nebenfunktion des Fernsehens ist oder des SchülerVZ, das bedrückt mich schwer mittlerweile.

Man kann wenig noch wem trauen. Und man muss es trotzdem tun, sonst wäre alles verloren.

Kommentare

off topic: quirinus ist vorübergehend offline. Für wie lange weiß ich nicht, den Grund wird er selbst nennen wollen.

Das klingt nicht gut :-(

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