Texte fürs Blog

NDR kooperiert mit ADAC

Monothematische Sendungen zu einem komplexen musikalischen Thema schließen Hörer, die nur kurz, zum Beispiel während einer kurzen Autofahrt einschalten, aus.*

[via] das ganze werk
Sagt der Romann vom NDRADAC. Ich schließe die Autofahrer in meine Gebete für den Erhalt des öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit ein.

Ach, und ehe ich es vergesse. Der NDRADAC liebt die Musik des 20. Jahrhunderts. Er ist ja so ungemindert fortschrittlich: Abel Carlevaro, Samuel Barber, Leonard Bernstein, Jorge Cardoso, Aram Chatschaturjan, Reinhold Gliere, Dmitrij Kabalewskij, Zoltán Kodály, Sergej Prokofjew, Maurice Ravel, Ottorino Respighi, Joaquin Rodrigo, Dmitrij Schostakowitsch, Georgij Swiridow und Ralph Vaughan Williams. Amen. Ein Programm aus dem und für den sozialistischen Realismus, da hätte Stalin seine Freude dran gehabt — lässt man mal den armen Maurice Ravel heraus, dessen Musik ohnehin zeitlos ist.

Aber wie komme ich jetzt nur wieder auf Stalin, wenn ich doch Romann meine? Rätselhaft.

*) Wenn ich Autofahrend beiwohne, dann hört mein Chauffeur leider meistens BR-AKTUELL oder MDR JUMP. Mit meinem anderen Chauffeur kommt es durchaus vor, dass wir noch ein ganzes Weilchen im Auto sitzen bleiben. Ja, das gibt es. Ja, Herr Romann. Aber, wenn man Ihnen so zuhört und ihren Forschern, dann mag es wirklich sein, dass meinereiner nicht so recht in das Weltbild mehr passt.

<%image(20050521-grotzky.jpg|120|165|Dr. Johannes Grotzky)%>

Aber bitte nur eines: Beleidigen Sie nicht andere Rundfunkanstalten. „Programmlich hat dies zu einem Umdenken bei fast allen Kulturradios der ARD geführt,“ sagen Sie. Ja, das stimmt. Aber wenigstens wir hier in Bayern leben noch hinterm Mond. Vielleicht fahren wir ja auch keine so schnellen Autos sondern noch Traktoren — ganz ohne Autoradio. Ja, wir sind hier hinter allem hinterher; nur nicht nach dem Programm vom NDR. Lieber Herr Grotzky (siehe Bild rechts), übernehmen Sie. Sie haben so mühselig den NDR verteidigt vor der Enquete-Kommission Kultur in Deutschland. Und so dankt man es Ihnen. Schade, wird sich vielleicht Johannes Grotzky sagen, dass man keine Amtsabsetzungsverfahren mehr durchsetzen kann. Statt dessen hat man jetzt den Romann an der Backe, der wirklich nur Arbeit macht.

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