Texte fürs Blog

Noten kopieren III

Den Streit zwischen Sawkins und Hyperion Records habe ich im letzten Eintrag kurz ausgeführt. Dabei ging es um den Komponisten Michel-Richard des Lalande. Sawkins wollte Tantiemen für seine Herstellung der längst entstandenen Musik. Die Sache ließ mich nicht gleichgültig. Lalande wurde gesucht und gefunden. Im Werner-Icking-Archiv findet sich ein Werk von Lalande, ein Chaconne und das schöne daran: Diese Noten sind frei zum Download, erstellt hat sie Johan Tufvesson mit Einzelstimmen und Partitur (ein Midifile liegt ebenfalls vor). Tufvesson nennt seine Ausgabe “Modernised Urtext”, auch mal eine schöne Formulierung. Auf dem Titelblatt ebenfalls notiert: Non-commercial copying welcome.

So ist es besser, Herr Sawkins. Klar werden Sie einwenden, Ihre Arbeit wäre viel umfangreicher gewesen und außerdem können die Leute von Hyperion Records doch auch mal etwas zahlen, es trifft doch nicht den Falschen, oder? Bis zu einem gewissen Grade will ich Ihnen, Herr Sawkins, das zugestehen. Warum soll man nur für aktuelle Musik Abgaben entrichten und diejenigen, die sich im Alten bewegen kommen gebührenfrei davon. Da stimme ich zu, Herr Sawkins. Doch halte ich diesen Weg für einen in die falsche Richtung. Besser wäre es, man könnte die Leistungen von Künstlern anders würdigen. Nicht über die Rechtefrage sondern aus dem Gedanken des Gemeinwohls. Doch dies ist sicher eine andere und anders umfassende Frage.

Es bleibt hier das Problem: Lalande/Sawkins wird anders geschützt als Lalande/Tufvesson - das ist irrwitzig.

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