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Regensburg fällt durch

Blas dir einen, Regensburg.

Jedenfalls beim Kulturstadt-TÜV von 3sat dafür mit Pauken und Trompeten. Das meldet das KIZ:

Die Bewerbungsmacher setzten vor allem auf die mittelalterliche Altstadt mit ihrer historischen Architektur. «Statt Visionen und Aufbruchsprojekte für Europa zu entwickeln, klammert man sich an Begriffe wie Region und Heimat», heißt es in einer Pressemitteilung des Senders.

Nix gegen Heimat und so, wenn man es denn will. Dazu passt recht gut der Vorwurf des Althergebackenen, wenn Rutschky einmal sagte: “Heimat sei kein Ort im Raum sondern einer in der Zeit.” Mir Heimatlosem ist dies alles sowieso Käse (obwohl ich da schon meine, je älter, je besser — bei Käse). Der Harry in mir sagt, der Huflaikhan hat Recht.

Ich mochte Regensburg nie richtig. Ich habe meine Frieden geschlossen mit dieser Stadt, aber ansonsten empfinde ich diese Stadt als tödlich langweilig, öde, eingebildet, als Blendwerk mit nichts dahinter. Kneipen gibts, ja, und zahlreich. Schöner Fluss mittendrin. Aber eine Stadt ohne Zukunft, eine Totenmaske ihrer selbst. Sie tötet sich in ihrer Langeweile. Nein, nicht dass es nicht genug Feste gäbe, es gibt sie, aber sie sind rückwärtsgewandt. 750 Jahre dies, 500 Jahr jenes, blablabla. Und den Besuchern vor Ort ist dies sowieso schnuppe. Die saufen sich dann eben einen über und fressen sich an gemetzeltem Gyros das Fett in den Leib.

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Kommentare

Wie und wo feiert man den “vorwärtsgewandt”? In Berlin? Bürgerfest beim BuPrä? ArschMich-Parade? HochDieDekadenz? Filmfestspiele?
Dann aber lieber 750 Jahre Waiblingen oder 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr.

Das ist eine gute Frage. Denn momentan sieht es so aus, als ob man einfach gar nichts mehr feiern kann.

Der Status von Regensburg ist mir auch schnuppe. Ebenso der von Köln und was da noch so als Weltkulturerbe sich schmückt, nicht das Weltkulturerbe selbst, wohl gemerkt.
Interessant finde ich die Frage nach dem Feiern in Hinsicht auf gemeinsames soziales Erleben, und wie wir uns im öffentlichen Raum von den Eventmachern mit ihren Konzepten,
egal ob trendy oder altbacken, ausmanövrieren lassen. “Das ist unsere Stadt” gehört zwar nicht wirklich zu meiner Historie. Befreit man das Zitat von dem Muff, der jeder Subkultur
zwangläufig anhaftet, dann wird es der selbstwußte Ausspruch eines kraftvollen Citoyen. Was tun wir außer mäkeln?

Rainald, das ist schön gesagt. Und ich finde, dass dein Gemäkel, deine Kritik nämlich richtig ist. Ich weiß doch auch nicht, was man sonst machen könnte. Doch ich denke, dass - zum Guten wie zum Schlechten - es in kleineren Kommunen durchaus Kulturkleinstädte oder -dörfer geben wird.

Vielleicht sollte man doch noch mal auf den UNTERSCHIED zwischen dem UNESCO-Welterbe Status (Eine kurze Erklärung gibt es hier: http://de.wikipedia.org/wik... ) und dem Programm der Europäischen Union Kulturhauptstadt Europas ( Infos dazu gibt es hier: http://www.auswaertiges-amt... ) hinweisen!!!

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