Texte fürs Blog

Reisetagebuch

Mal wieder das Kassettendeck angeschlossen: „Auf und ab, wie die Narren rennen die Menschen den Sommer über auf und ab in diesen Alpen, als ob ein alter Fluch sie hetzte, also man Platzpatronen hinter ihnen anbrennte …“ 1929 schrieb dies Ernst Krenek in seinem Reisetagebuch aus den Alpen. Dieser Liederzyklus gehört mit Sicherheit zu den kuriosesten und feinsten Kommentaren der sog. E-Musik zur alltäglichen Last — oder je nachdem, der Last des Alltäglichen.

Das alles ist hübsch gebettet in eine umgeschraubte Anlehnung an Schuberts Liederschaffen. Es klingt immer wieder an, wird immer wieder ausgehebelt. Schubert modern, irgendwie, und gleichwohl erheblich simpler. Hier singt es der Julius Patzak, eine alte Aufnahme. Er hat den richtigen Ton, die richtige Nuance, ja, die richtige Nase für so einen Klang des Rümpfers über sich und seine Zeitgenossen.

Auf und ab, wie die Narren rennen die Menschen den Sommer über auf und ab in diesen Alpen, als ob ein alter Fluch sie hetzte, als ob man Platzpatronen hinter ihnen anbrennte …“ [MP3]

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