Texte fürs Blog

Schwedischer Sozialstaat

Vielfalt

Ich weiß nicht, ob es den noch gibt. Ob das Modell Schweden überhaupt noch existent ist. Aber ich muss schon sagen, dass, wenn man von dort zurück kommt nach Deutschland, man denkt, man kommt in die Gosse schlechthin zurück. Nicht so, dass hier alles plötzlich so schlecht erschiene oder wäre; es ist eher eben diese soziale Kälte, die man sofort auch beim Autofahrn bemerkt, oder wenn man auf der Fähre inmitten von Deutschen parkt. Geparkt wird.

Wirkt nicht so erstrebenswert das Leben hier. Oder die Furcht, wie ich sie früher mal kannte, dass der Job weg ist, wenn man mal Urlaub sich gestattet. Oder das schlichtweg alles weg ist. Hatte ich lange nicht mehr, dieses Gefühl.

Ich mag hier viele Menschen, wirklich. Aber manchmal ist es doch sehr trostlos hier und sehr verdorben. Und wenn man sich dann als Klolektüre in Schweden ein dicken Wälzer über den neuen Geist des Kapitalismus zu Gemüte führt und sieht, dass genau jene Betriebe diesen am ehesten verwirklichen, die am dicksten gegen „den“ Kapitalismus im Kampfe sich wähnen, dann wirds wirklich fast kriminell.

Ne, schöne Aussichten sind das nicht. Muss man mal sehen, wie das weitergehen kann.

Kommentare

Bei uns in D gibt es aber auch eine Menge Joghurtsorten ;-)
Was war denn in Schweden nach Deinem Eindruck wirklich besser? Und findest Du in D wirklich keine Gegenden, die dem Eindruck von Schweden ein wenig nahekommen?

Hihi. Ja, klar, Joghurt. Der ist nicht gemeint. Quark fand ich keinen, aber lecker saure Sahne. Unübertrefflich.

Ich will nicht sagen, Schweden sei besser. Ich finde gut, dass die Autos da Licht anhaben müssen. Die Landschaft ist es auch nicht.

Aber zwei Sachen: Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gibt es um 20 Uhr eine komplette Mozart-Oper (Figaros Bröllop) zu sehen und es gibt Testbilder da, wenn nachmittags mal nichts läuft. Und es gibt diese komische Recht: Allemansrätten, das ist prima.

„... und sehr verdorben“: so isses. heute morgen in der AGENTUR FÜR ARBEIT klopf ich an eine Tür, höre nichts, öffne sie infamerweise dennoch, auf der Suche nach meiner Sachbearbeiterin, und höre einen Fettsack blaffen: „Hab ich ‘herein’ gesacht?“

Du bist Deutschland, hab ich da gedacht.

An den Joghurtsorten liegts eher nicht stefanolix. Aber ich empfehle mal einen Tag auf Schwedischen und einen Tag auf Deutschen Autobahnen zu verbringen.

Ich? ;-)

Das schlimme Herein-Spiel ist leider meistens eine der letzten Formen, Macht auszuüben, wenn man in seiner Position sonst nichts zu melden hat.

An den Joghurtsorten liegts eher nicht stefanolix. Aber ich empfehle mal einen Tag auf Schwedischen und einen Tag auf Deutschen Autobahnen zu verbringen.

@Huflaikhan: Schön, dass es dort das ganze Werk zu hören gibt ;-)

@Buster: Seit ich meine Dienstreisen komplett in den ICE verlegt habe, fehlt mir da wirklich die Vergleichsmöglichkeit. Wie sind denn die schwedischen Eisenbahnen?

@Huflaikhan & Quirinus: Ja, das stimmt. Aber das gilt nicht nur für die Arbeitsagentur. Wer für Behörden arbeitet, kann andere Lieder singen ...

Das gilt auch für den Zug stefanolix, sogar noch ein bisserl mehr, finde ich.

Angetrieben von:

Powered by Drupal