Texte fürs Blog

Selbstüberschätzung einerseits …

Regensburger Arkadenist es sicherlich mit einem neuen Rucksack in ein Lebensmittelgeschäft mit NonFood-Abteilung zu gehen und drei Liter Milch, zwei Liter Apfelsaft, vier Flaschen alkoholfreies Bier, sechs 1½-Liter-Flaschen Sprudelwasser, zwei Gurken, sechs Äpfel, ein paar Bananen, ein Antennenkabel (5 Meter), einen Rettich, etwas Tomaten, Backerbsen, Nudeln und anderen kleineren Schnickschnack einzukaufen. Das waren dann insgesamt 28 kg totes Gewicht. Für mich die „kritische Masse“ des Erträglichen, sozusagen. Und ich sah dabei wohl aus wie Karl der Glöckner. Es sollte eigentlich gar nicht dazu kommen. Denn wie früher einmal wollte ich doch Sprudel selber machen. Ein bisschen einfacher als in der Hobbythek, aber im Prinzip schon genauso.

Denn auf dem Hinweg hatte ich mein Plastik-Soda-Stream-Gerät eingepackt, um eine Kartusche zum Sprengen desselben zu besorgen. Vor Ort konnte mir nicht geholfen werden. Denn die hatten keine Leerkartuschen zum Testen da, aber die DM-Drogerie oben sollte welche haben. Hatten die nicht, also zehn Meter zur Seite zum Medi-Max. Die hatten welche, sogar welche, die passen könnten und per Schraubtest auch passten. Nur auf denen stand unmissverständlich: „Nicht für Soda-Stream“ verwenden. Fein. Also wieder hinunter in den Laden meiner Wahl. „Ich dürfe doch wenigstens das Unbrauchbare Gerät hier entsorgen, ja?“. „Ja, dahinten ist ein Mülleimer.“ Also rausholen und wegschmeißen. Hat alles keinen Taug.

Einkaufen gehen. Durch die Kälteschock-Abteilung und wieder rauf. An Bratpfannen vorbei, wo mich eine ältere Dame sofort auf die Vorzüge einer bestimmten Pfanne hinwies. „Da braucht man maximal Stufe 7, dann ist die heiß.“ Ich ignorierte das und kaufte nicht. Weiter durch die Regale zur Abteilung Sprudelgeräte.

Manchmal staunt man nicht schlecht. Die verkaufen den Soda-Stream, den ich gerade weggeworfen hatte. Merkwürdige Sache. Ich stand da wohl für fünf Minuten stumm und still. Drehte die Packungen. Ja, das ist das Teil aus meinem alten Leben. Soll ich wirklich kaufen. Es juckte doch verdammt in den Kauffingern. Aber dann ein anderes Gerät. Mit elektronischer Dingsanzeige. Auch die Packungen drehte ich — an allen Packungen waren die Kartuschen herausgezogen unter nicht geringer Beschädigung der Verpackung als Ganzer. Nicht vertrauenswürdig.

Ich zog es vor, Mineralwasser in Flaschen zu kaufen. Zuerst „Kondrauer“ (nein, zu teuer), dann „Basinus“ für 19 Cent (aber in Glas, also zu schwer). Dann irgendsoein Puppsbrunnen also, in Plastik, 19 Cent für 1½-Liter, da war das Pfand schon teurer.

Im Einkaufswagen verliert sich das Gewicht, der rollt ja hübsch. Lautsprecherdurchsage, es gäbe eine Kinderkasse, also eine Kasse, an der keine Süßigkeiten plaziert seien. Wie nett, wie kommod. Die Kassen alle ziemlich leer, die Kassiererin deutet an, ich brauche das Mineralwasser nicht auf das Band wuchten. Danke, gerne. Es passte alles genau in den Rucksack hinein. Dann einfach Schwung holen und „Au Backe“ - hoffentlich kommt der überhaupt auf den Rücken. Ruckel und Zuckel und passend.

Unter Ausnutzung aller Rolltreppen ging es über den Bahnhof nach Hause. Schnell noch eine Zeitschrift einkaufen. Nun kam ich aber nicht mehr an das Portemonnaie in der hinteren Hosentasche heran. Es ging und ging nicht. Die Dame am Tresen erbot sich mir, an den Hintern zu packen und das Portemonnaie zu ziehen. „Aber dass ich sie doch jetzt nicht verklagte“ und so sagte sie noch. Nö, ich verklage niemanden. Ich schreibe auch nicht etwas wie:

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in dieses Journal.

Zuhause dann perlte mir der Hirntrageschweiß von der Nase. Das liebe ich. Tropfen! Wie sagt der Weinverkoster immer so nett: „Ein guter Tropfen“ und „Steter Tropfen hölt den Stein.“ „Wenn das weiche Wasser besiegt den Stein.“

Nun war ich doch unsicher ob der richtigen Schreibweise von Portemonnaie. Dann falte ich mir eben eines.

und Selbstüberschätzung andererseits. Mal sehen, ob die Striemen an den Schulten noch weggehen werden. Der Nacken ist jedenfalls für den Arsch. Man müsste sich eben besser mit der Phüsiologie auskennen.

Kommentare

Anna-Tommy!

(Und was mache ich jetzt mit meinem schlechten Gewissen?)

Stecks ein, legs unter das Kopfkissen, mach es platt. Kein schlechtes Gewissen ist ein schlechtes Gewissen.

1 1/2 Liter Mineralwasser für 19 Cent??? Was soll das denn sein? Das würd ich nicht mal an den Lack meiner Karre ranlassen, geschweige denn trinken.
Bei uns kostet ne Kiste Remstal-Quelle ohne Pfand 4 Euro 20. 12 Glasflaschen à 0,7 Liter macht 8,4 Liter. D.h. 1 Liter kostet 50 Cent. Dein Liter kostet 12 Cent.
Alter Schwede. Kann man das echt trinken?

Keine Ahnung ob man das trinken kann. Werd ich noch merken. Eigentlich hasse ich dieses ganze Mineralwasser-Zeug. Hier der Hinweis, dass meine Erinnerung unter dem ächzenden Gewicht nicht litt: http://www.kaufland.de/Site...

clever clever und erst der erhobene Geiz=ist=geil-Zeigefinger von dem Jüngelchen ...

was trinkst du dann gegen den durst? korn? weißbier? schwarzen kaffee? oder hahnenwasser? a-schorle? o-schorle?

Gurkensalat! Und eventuell im Sommer gerne auch Joghurtwasser mit schön Salz drin und allen Gewürzen, die weg müssen. Im Winter neige ich zu Bär- und Blutwurz in rauen Mengen.

Dein Plastikschrott hast du zurecht entsorgt! Genau aus dem Grund haben wir die Siphon Manufaktur gegründet und verkaufen seit 2 Jahren Soda Siphons (http://www.siphonmanufaktur.de). Diese Soda Siphons funktionieren seit 80 Jahren und ich bin davon überzeugt, dass weitere 80 Jahre drin sind. Preislich können wir aber echt nur langfristig mit 19 cent Chinawasser konkurrieren. Aber du hast ja 80 Jahre Zeit. Langzeiteffekt und so ;)

Sorry ich weiß der Betrag ist 7 Jahre alt und das hier ist Leichenfleddern vom feinsten, aber ich konnte einfach nicht widerstehen, hier meinen Senf dazu abzugeben..

Ich kann es ja verstehen. Und es ist nie zu spät. Viel Erfolg.

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