Texte fürs Blog

Sun.

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Jedes Jahr, einmal, das Werfen des I Ging. Heraus kam:

„Sun“: Das Biegsam-Fügende-Eindringende [kicher-hihi; Anm. Huf.] — Sich-herab-Begeben - (aus)wählen - willfährig - nachgiebig - Schamhaftigkeit - sich verbergen, ducken - Befürchtung, Beängstigung.

I Ging sagt dazu im Urteil: Kleinere Erfolge und Fortschritt. Weitermachen, in jeder Hinsicht von Vorteil; sein Ziel im Auge behalten. Fördernd, den großen Mann zu sehen.

I Gings Rat: So wiederholt der Edle seine Anordnungen an die Untern und versichert sich des förderlichen Geschäftsablaufs. (Solche Klarheit liebe ich ganz besonders.)

Da ja nun das I Ging das Buch der Wandlungen ist, hält es sich für gewöhnlich bedeckt, was dies positiv oder negativ zu bedeuten haben hätte könnte wäre. Doch soviel:
positiv: Nachschauen und prüfen. Eindringliches Wiederholen findet sehr bald Glauben der andern Seite.
negativ: Leere Betriebsamkeit. Übereifer ohne wirkliches Ziel.

Mein Goldmann-Ratgeber zum I Ging weist ausnahmsweise eine tiefenpsychologische Erläuterung zum Hexagramm 57 auf. Und die hat es in sich, ehrlich.

Das untere Yin im Triagramm des Sanften zeigt Disposition zum Überraschen mit zarten, femininen Affekten. Es möchte die Schamschranke der zwei oberen Yang durchbrechen, das heißt unvermittelt und schamlos auftreten, sich auf offener Bühne zeigen als hysteriformem Streben nach Macht, Geltung. Yineigenschaften im Zusammenhang mit Bild 57 wären «… sich verstellen, schauspielern; simulieren, zum Beispiel Umschlag aus Gewalttätigkeit in zärtliche Frömme, Güte (Weinkrämpfe u.a.). Hysterieähnliche Unfähigkeit zu gehen (Abasie), zu stehen (Astasie), zu sprechen (Aphonie, Aphasie), zu denken (Stupor, Dämmer). Ausfälle der Sinneswahrnehmungen. Hypnoide Veranlagung. Auto-/Heterosuggestibilität.»

«Zeigelust, Exhibieren und Schaulust. Drang, eine Rolle zu spielen, zu agieren. Moralbewußtsein, Aufbau einer Phantasiewelt. Rollenbewußtsein. Beifallsbedürftig, ruhmsüchtig, eitel. Gefallsucht, Koketterie; sich beliebt machen.
Schamhaftigkeit — Scheu; Wunsch, sich zu verbergen (im Ging = «ducken»). Lamentieren und Klagen, als hysteriforme Demonstration. Lügenhaftigkeit, Ängstlichkeit.»*

Mit dem Katalog versuchen wir anzudeuten, was sich in dem schwachen, duckenden Yin aufzustauen vermag, um mit dem Mittel der Umdrehung oder Konversion sich überraschend zu entladen.

Konversion: die innere Erlebniswelt wird ausgeschaltet, die «Werkzeuge» der der Befriedigung gelähmt, unfähig gemacht.

*) Aus Szondi, L. «Schicksalsanalyse» und «Triebpathologie» für unsere Zwecke modifiziert wiedergegeben.
Mein lieber Scholli, kann ich da nur sagen; nicht, dass ich an den Hokuspokus irgendwie glauben würde, nicht wahr. Aber vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass ich das I Ging immer noch mit Pfennigstücken werfe statt mit Cents. Na denn auf ins neue Jahr. Nacktbilder scheinen fällig.

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