Texte fürs Blog

Trikont – alt-radikale Musik für die neuen Eliten

… meint der taktlos-Hofreaktionär Dr. Martin Hufner. Jetzt. Hier.

Der Beitrag für taktlos 80 — Schön, gut, radikal: Trikont. Die Nachbetrachtung gabs ja schon. Jetzt die die Stimme des Herrn — zu lesen oder auch als Real-Audio (4 Minuten etwa) zu hören.
Musik: Linksradikales Blasorchester ?

Autor: Wenn der Radikale alt wird und sich arrangiert mit dem Guten und dem Schönen, dann braucht er aus Gründen der Notalgie zu seinem Kaffee aus Nicaragua den entsprechenden musikalischen Soundtrack. Ohne Musik geht heute ja nichts. Da hat der alte Radikale Glück, denn es gibt ja ein Plattenlabel namens Trikont. Dieses Label und sein Programm bietet den Schiffbrüchigen der Revolution seine traumhaften Strände des Aufbegehrens unter der Sonne der Marktwirtschaft an. Hinter der Flagge der Aufklärung eilt Achim Bergmann mit seinen Mitarbeitern her. Man verweigert sich dabei dem Klang, oder sagen wir besser dem Krach der so genannten Kreativwirtschaft. Die ist nämlich voll gut drauf, sexy und, wenns nicht anders geht, cool und hip.

Musik: Irgendwas aktuelles aus den Charts]

Autor: Toll, dass man so ein Refugium der Ungefügigen hat. Trikont ist der Klang der guten alten Wohngemeinschaft. Da ist man gerne subversiv, aber doch auch nicht zu sehr, denn irgendwie will man auch Mainstream sein. Denn warum sollte das, was man als »gut« wähnt, nicht gut für alle sein! Mainstream eben. So findet Trikont seinen Platz im Allgemeinen ohne gleich der modrigen Duftfahne des Mainstreams nachzulaufen. Während man in der sogenannten Kreativwirtschaft wild mit den Armen wedelt und plötzlich auf den langfristigen Aufbau von Künstlern setzen will, baut Trikont auf die Künstler. Statt Madonna hat man Bernadette la Hengst, statt Robbie Williams Hans Söllner und statt Ernst Mosch die gut erhaltenen Konserven des sogenannten Linksradikalen Blasorchesters.

Musik: Linksradikales Blasorchester ?

Autor: Wahre Kunst ist immer radikal. Und ist sie nicht wenigstens »auch« radikal, ist sie keine Kunst. Darauf scheinen Trikont und Achim Bergmann zu setzen. Dennoch kann auch dieses Verhalten zur reinen Attitüde verkommen. Das Radikale wird dann schnell zum bloß noch Kulinarischen. Plötzlich legt sich der eiskalte Wirtschaftsboss zum Sinnieren über französische Rotweine sein Scheibchen mit Trauermärschen von Trikont auf den Plattenteller während er in der FAZ die Börsenkurse von übermorgen imaginiert und der nebenbei unliebsamen WG nebenbei den Wohnraum kündigt.

Musik: Trikont: Dead & Gone. Linksradikales Blasorchester ?

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