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Trübsinn geht weiter

Der Trübsinn ist doch was Schönes, vor allem, wenn man sich ihm nicht aussetzt. Dennoch, bedenkt man es recht, oder gerade weil — ohne Trübsinn wäre so weniges verfasst. Die anthropologische Großer Trübsinn ist bisweilen Produktivkraft.
— O Schmerz! O weher Schmerz! Die Zeit verschlingt das Leben,
Und dieser düster Feind, der nagt an Herz und Mark,
Wird durch das Blut, das wir vergießen, groß und stark.

Die Schlusszeilen aus „Der Feind“ in Baudelaires „Blumen des Bösen.“ Hier übersetzt vom Carlo Schmid im Jahre 1941. Schmid war noch einer vom Schlage eines richtigen Politikers. Er unterlag dummerweise 1959 bei der Wahl zum Bundespräsidenten dem LübkeHeinrich. Schmid nannte seine Übertragung „Verdeutschung“. So muss man sie wohl in der Tat sehen. Es haben sich ja viele Leute die Zähne ausgebissen am Baudelaire: Stefan George, etwas auch von Walter Benjamin und in manch einem Haushalt habe ich weitere Übersetzungen gesehen. Wenn man des Französischen so unmächtig ist wie meinereiner, dann geht es ja nur so — oder gar nicht.

Blöde ist, dass ich die Kopien der entsprechenden Übersetzungspassagen von George und Benjamin verlegt habe. Ursprünglich sollte daraus eine komplexere Textstruktur gewebt werden, gerade so, als gingen die Übersetzungen ineinander ein. Mistekacke.

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