Texte fürs Blog

Wenn schon Export, dann Bier ;)

Momentan konkurrieren zwei Organisationen offenbar um die Herrschaft im Bereich des deutschen Musikexportes. Seit 2000 gibt es das „Deutsche Musikexport-Büro“, seit ein paar Tagen die „GermanSounds AG“ . Nun geht es um die Wurst. In der Tat liegen da ein paar Dinge schief. Kulturstaatsministerin Weiss begrüßt „German Sounds“. Das Internetportal der Bundesregierung verlinkt dagegen das „Deutsche Musikexport-Büro“. MH

Die Meldung:

Reinhard Mey wird Schirmherr des Deutschen Musik-Exportbüros
Köln (inter-info.de) - Der international bekannte deutsche Liedermacher Reinhard Mey ist ab sofort Schirmherr des im Jahr 2000 in Köln gegründeten Deutschen Musik-Exportbüros. Er freut sich, auf diese Weise die Förderung des deutschen Musik-Nachwuchses und des Exports deutscher Musik unterstützen zu können.

Reinhard Mey, dessen Lieder (u.a. „Über den Wolken“) man in vielen Ländern kennt, ist ein hochdekorierter Künstler. Er erhielt als erster ausländischer Sänger den „Prix International de l'Académie de la Chanson Française“, bekam gleich zweimal das Bundesverdienstkreuz und nahm erst kürzlich den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik 2003“ entgegen. Sein 2002 erschienenes Album „Rüm Hart“ erreichte mühelos Platz 4 der deutschen Album-Hitliste, und seine Tourneen sind regelmäßig ausverkauft.

Am 5. Dezember sprach er sich auf einer vielbeachteten Pressekonferenz selbstbewusst für eine Quote bezüglich deutschsprachiger Musik in den deutschen Medien aus: „Es führt kein Weg an einer Quote vorbei, wenn wir nicht einen ganzen Kultur- und Wirtschaftszweig an unterlassener Hilfeleistung eingehen lassen wollen“.

Der Gründer des Musik-Exportbüros, Björn Akstinat, meint zur Schirmherrschaft Meys: „Wir erhalten für unsere Arbeit sehr viel Zuspruch von Medien, Musikern, Musikmanagern und staatlichen Stellen. Dass die erfolgreichen Bemühungen des Deutschen Musik-Exportbüros jetzt auch vom renommiertesten Liedermacher Deutschlands unterstützt werden, ist natürlich besonders toll. Was die Erfolge des vor über drei Jahren gegründeten Deutschen Musik-Exportbüros bereits im Inland bewirken, sieht man daran, dass kürzlich schon ein Nachahmer-Projekt namens “GermanSounds„ entstanden ist.“

Das Deutsche Musik-Exportbüro wurde von der Internationalen Medienhilfe (IMH) im Jahr 2000 gegründet. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Popularität deutscher Musik außerhalb des deutschen Sprachraums hat das Exportbüro die Aufgaben, den Bekanntheitsgrad deutscher Musikschaffender im Ausland weiter zu erhöhen und den weltweiten Absatz deutscher Tonträger weiter zu steigern. Seine Aufgaben erfüllt das Exportbüro, indem es zahlreiche Dienstleistungen für die deutsche Musikwirtschaft und ausländische Musikinteressierte erbringt.

Weitere Informationen zum Deutschen Musik-Exportbüro finden Sie
über die offizielle Internet-Seite der deutschen Bundesregierung:
http://www.deutschland.de/Menüpunkt „Musik“

Deutsches Musik-Exportbüro
Eine Abteilung der Internationalen Medienhilfe (IMH)
Büro Köln/Bonn
Postfach 11 22
53758 Hennef bei Köln

Gründungsmitglieder der konkurrierenden (?), ergänzenden (?) Organisation, der „GermanSounds AG“, sind der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft, VUT, der Deutsche Musikverleger-Verband, der Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft (IDKV), der Musikmanagerverband IMUC, das Music Managers Forum Deutschland (MMF), der Verband der deutschen Musikproduzenten, die Musikmessen Womex und popkomm, CLASS (Association of Classical Independents Germany) und der Deutsche Musikrat.

Kommentar von webwatch findet sich im KIZ.

Kommentare

Nachtrag: Mittlerweile scheinen sich die Dinge wieder etwas zu richten. Reinhard Mey kam möglicherweise eher aus Versehen in diese Lage und das Portal der Bundesregierung wurde angefragt, den Hinweis auf das “Deutsche Musikexport-Büro” zu entfernen.

Und um ehrlich zu sein, so ganz koscher kam mir das “alte” Musikexportbüro auch nicht vor - ebenso wie die “Internationalen Medienhilfe (IMH)”.

Auch wenn Herr Akstinat über seine Erfolge spricht, so bleiben diese doch einigermaßen wenig genau beschrieben.

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