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Ventilare und Döner

Döner ImbissBeim Blättern so im Internet herum beschleicht mich das Gefühl, in diesem Jahr sind Ventilatoren nicht so gut gegangen. Ist nur ein Gedanke am Rande. Selbst war ich heute wieder bei meinem Stamm-Döner-Händler in Berlin, der jetzt ein Extra-Wisch hängen hat neben dem Einguck- und Austeil-Fenster. Da hatte ich glatt ein schlechtes Gefühl, denn die Bayern haben schließlich ordentlich Scheißfleisch gen Norden geschickt. Wahrscheinlich über alte Seilschaften der Strauß-Familie. Aber die Bedienung war doch zuvorkommend, wenngleich der wirklich gute und liebe Mann und Betreiber etwas unglücklich wirkte. Auf meine peinliche Nachfrage, ob der Skandal denn Auswirkungen gehabt haben mochte, schüttelte er nur bestätigend den Kopf. So mache das alles keinen Spaß mehr, meinte er sinngemäß, ohne jedoch das Wort "Spaß" zu verwenden. Eigentlich geht es natürlich um seine Einkünfte. Ich hatte ihn sonst, bei welchen Problemen auch immer, nie so zermürbt gesehen, ja fast fassungslos und doch sehr deprimiert. Aber diese Sache hat ihn fertig gemacht. Es konnte mir nicht auffallen, weil ich genau an dem Tag, als es herauskam, auf dem Weg nach Bayern war (über Thüringen). Von der Verwendung einer Beschwichtigungsformel habe ich aus irgendeinem vernünftigen Grunde abgesehen, aber eine solche lag mir auf der Zunge, in etwa der Form, dass ich den Unterschied sowieso nicht würde schmecken (was offenbar für den Großteil der genossenen Döner mit angeblich nicht zum Verzehr geeigneter Ware ebenfalls gilt). Das gewiss hätte ihn beleidigt. Und so nebenbei, dagegen verblasst doch ein Aufschrei(b) über Britney Spears und relativiert sich geradezu außerextremlich. Nachtrag: In der Zeit stand auch was dazu, nicht mal so blöde mit Döner in Farbe.

Und, wie geht es den Berlinern jetzt? Schlecht? I wo! Keine Meldungen über Masseneinweisungen in die Charité, keine kollektiven Brechorgien auf dem Alexanderplatz. (ZEIT)

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