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Die Sache mit der Solidarität

Wenn man mit anderem beschäftigt ist, also mit der Lebensführung im allgemeinen wie im besonderen, dann wir die Zeit für Internetaktivität kleiner und kleiner. Und es bleibt dann dabei. Keine Zeit für so etwas, lieber dann ein bisschen im Bett ruhen und ausruhen. Wenn man aber irgendwie doch was machen will, weil man machen muss, dann ist fast immer die Content Industrie ein gefundener Partner. Immer tut sich da etwas, immer wieder sind es ähnliche Peinlichkeiten. Immer wieder das alte Spiel mit dieser absterbenden Zunft. Unter dem Titel DMV erinnert an das Solidarprinzip und warnt: „Ohne Verwertungsgesellschaften werden die Hits für die Nutzer teurer“ erklärt die Präsidentin, Dagmar Sikorski:

Die Kritik von Musiknutzern an den Verwertungsgesellschaften, gekoppelt mit den Forderungen nach einem freien Wettbewerb zwischen den Gesellschaften, könne leicht dazu führen, dass sich statt der bisherigen festen einheitlichen Tarife für die Musik besonders aktuelle Musiktitel und Bestseller in den Preisen verdoppeln könnten. Das erklärte Dagmar Sikorski, Präsidentin des Deutschen Musikverleger-Verbandes (DMV), am 11. Oktober auf der Musikmesse „my music“ in Friedrichshafen.

Normalerweise folgt jetzt ein langer Kommentar, der die einzelnen Aspekte der Argumentation einzeln auseinandernimmt und sinnlos wieder zusammensetzt. Heute nicht. Heute geht es anders. Die Frage ist: "Wäre das denn so schlimm?" Oder besser noch: "Das wäre ja eine sehr wünschenswerte Entwicklung."

Komisch ist es trotzdem:

Das Solidarprinzip der Verwertungsgesellschaften für das gesamte Repertoire habe sich in den letzten Jahrzehnten bewährt und schütze den internationalen Musikmarkt vor chaotischen Wettbewerbsverhältnissen, die letztlich auf dem Rücken der Musikkäufer ausgetragen würden. Musiknutzer hatten kritisiert, dass es sehr schwierig sei, mit den Verwertungsgesellschaften zu arbeiten und man im freien Wettbewerb bessere Preise erzielen könnte. Dabei vergessen sie jedoch, dass dann eine Lizenzierung nicht mehr aus einer Hand erfolgt. So könne die Lizenzierung einer einfachen Tanzveranstaltung schon zum Marathon zwischen den verschiedenen Verwertungsgesellschaften werden, so Dagmar Sikorski.

Die andere Lösung wäre noch einfacher. Aber nenne sie mal nicht beim Namen. Und die dritte Lösung kostete sogar nichts, aber die fällt natürlich weg. Aber diese Sorge um die Musiknutzer ist schon beeindruckend. Deutscher Musikverlegerverband, ich möchte mit dirs Kuscheln anfangen. So lieb bist du und denkst nur an mich. Das macht mich schwach.

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