Texte fürs Blog

Hey, wa’s’n eigentlich HIP?

Was ist HIP? Nur nicht überraschen lassen, auch in der so genannten E-Musik gibt es die Hipness. HIP meint “historical informed performance”, also wenn sich zum Beispiel ein heutiger Schlagersänger Schlaghosen anziehen würde (wie? macht der? - o weh) oder Lance Amstrong zur Ehre des 100-Jährigen Jubiläums der Tour de France mit einem Laufrad antreten würde. In der Newsgroup de.rec.musik.klassik wird mal wieder heiß und heftig darüber gestritten. Da schrieb ich dann nach einer Weile, als es auch schon ums Rauchen und um Kugelschreiber ging und Begriffe wie Darm und Hammer längst eingeführt waren:

Nein, ich fände nur, es wäre wichtig einzusehen, dass es “das” Werk an sich nicht gibt und somit “die” Aufführung an sich eine Illusion ist. Ganz gleich, ob mit alten oder neuen Saiten. Der Purist müsste daraus die Konsequenz ziehen, gar nicht mehr Aufführungen zuzulassen, weil sie zwingend ungenügend sind oder dieses “Problem” durch die Vielheit der Interpretationsversuche zu würdigen.

Wehe, es findet mal jemand heraus, dass Mozart alle seine Klavierstücke für kaputtes Klavier komponiert hat, wo der Hammer daneben haut, Saiten gerissen und/oder verstimmt sind - oder mit mindestens 1,2 Promille Alkoholisierung (durch bleihaltigen Rotwein aus dem Spar-Markt um die Ecke) gespielt und komponiert hat. Lauter torkelnde Dirigenten-Pianisten sehe ich vor mir ;) und Hörer, die in HIP-Konzert erst einmal abgefüllt werden. Na denn Prost!

Schluckauf, Martin

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