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Huflaikhan - der Zauberstecher

Während man in der Cabaret- und Kabarettszene sich gerne an der singenden Säge probiert, dürfte Huflaikhan als der größte Messer-Violinist der Welt gelten.

Musik ist Selbstmord

Musiker, sagt man, tendieren ohnehin zu einer gewissen Form von Selbstquälerei bis, die bishin zur extrovertierten Selbstverleugnung reicht. Die auf dem Bild gezeigte Technik orientiert sich an der japanischen Violinschule für Samurai, die hier in Deutschland gerne auch von Chirurgen und Metzgermeistern praktiziert wird. Aber Huflaikhan ist der Meister dieser Technik.

Das erinnert mich an ein Gleichnis, welches mein philosophischer Lehrer, Odo Marquard, in meiner Gießener Studentenzeit gern zu bringen wusste, wenn er über den Standort der Philosophie in der Gegenwart zu sprechen pflegte.

In China gab es einmal einen Henkerwettstreit, nämlich den, wer mit dem Schwert am besten den Kopf vom Körper eines Menschen zu trennen vermochte. Der erste Henker kam und wupp fiel die Rübe ab. Glatter Schnitt, toll. Ebenso machte es der zweite Henker. Prima. Dann kam ein ganz junger und unbekannter Henker an die Reihe. Zack, machte er - und nichts passierte. Da fragte der zu Köpfende ihn, was denn los sei, ob er das Ziel verfehlt habe. Der junge Henker erwiderte darauf: “Dann nicken sie einmal.”

Zu irgendwas muss das Philosophie-Studium ja etwas taugen. Sei es nur, dass man sich derartige Anekdoten merken kann. Aber nein: Odo Marquard hatte die nicht zu unterschätzende Gabe, die Studenten machen zu lassen. Im Zweifel sagte er dann: “Das sehen sie jetzt so, das ist auch in Ordnung, aber werden sie mal älter …”

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