Texte fürs Blog

Bin ich jetzt total verblödet?

Gerade in der EPost:

Entsprechend Ihres Profils in unserer Datenbank erfüllen Sie alle Kriterien für eine unserer aktuellen Marktforschungsstudien! Wir haben leider nur begrenzte Zeit das Projekt BELIEVEGE zu vervollständigen und hoffen, dass Sie sich kurz Zeit nehmen können, um uns bei der Namensfindung für ein neues Medikament zu helfen.

10 US-Dollar solls dafür auch noch geben. Mir ist schleierhaft wie ich in diese Datenbank gekommen sein soll, aber noch schleierhafter war dann der Versuch des Ausfüllens; wohlgemerkt, es geht angeblich um die Namensfindung eines neuen Medikaments. Die fragen als erstes, welches Gerät man gedenkt in den nächsten 24 Monaten zu kaufen. Zur Auswahl stehen Computer, Kühlschrank, Digitalkamera und andere Geräte, an die ich mich nicht mehr erinnern kann. Wahrheitsgemäß klicke ich auf Computer. Bumms und habe schon verloren:

Thank you for responding to Brand Institute's BELIEVEGE survey! We're sorry that you did not meet the criteria to participate in the full study. Hopefully you will qualify for a future project! Brand Institute values your continued work, and we hope you will be able to participate in future studies!

Nix mit 10 US-Dollar. Rücktaste gedrückt und erstmal alles angeklickt. Da gehts tatsächlich dann weiter und durch die Formulierung der nächsten Frage kenne ich jetzt auch die richtige Antwort: Digitalkamera. Da klickt man weiter und weiter, gibt unsinnige Antworten ein bis es dann wieder “Sorry” macht.

Was wollen die denn wissen? Zuerst erfülle ich alle Kriterien durch mein mir unbekanntes Profil in der Datenbank und dann scheiden ich schon nach Frage Nummer 1 aus als ungeeignet. Das soll seriös sein? Wohgemerkt: Es ging angeblich um die “Namensfindung für ein neues Medikament”. Ein Medikament für potentielle anspruchslose Käufer von Digitalkameras? Zugegeben: in moderner Marktforschungstechnik kenne ich mich nicht aus, vielleicht macht man das jetzt so, ist das jetzt Stand der Forschungsdinge.

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Kommentare

Und was machen'se nun mit den 10 US Dollar? in einen Computer investieren?

Wer “entsprechend” mit Genitiv konstruiert, kann auch nicht marktforschen.

Wunderbar, liebe kaltmamsell, dass es noch Menschen auf dieser Welt gibt, die einen Sinn für Grammatik haben. Ich stimme aus vollstem Herzen zu.

@haaki & kaltmamsell: seid froh, dass ihr nich im schwabenland lebt. hier sagt man: ich rufe DIR an. auch nich schlecht.

@hufi: hat dich denn die gier blind gemacht?

@semmel: nein, wenn man allerdings einmal im leben angefragt wird, dann - auf so merkwürdige weise - dann will ich schon wissen, was es damit auf sich hat. Ich würde das unter unlauteren wettbewerb abtun, denn schon mit der ersten frage haben sie informationen gesammelt.

@haacki & kalmamsell & semmel: Ich habe das gar nicht bemerkt. Aber ich hätte es bemerkt, wenn die Wortreihung anders gewesen wäre, nämlich so: “Ihres Profils ensprechend.” So hätte ich “Aua” gemacht. Könnt ihr mir sagen, warum ich für erstere Stellung schon unempflindlich geworden bin?

Das können wir schon, aber wir sagen's nicht. Was, Mädels?

Waren 'se schonmal im Saarland, Herr Semmel?

Regionale mündliche Grammatik ist was ganz was andres. In meinem muttersprachlichen Oberbayerisch wird z.B. wegen nur mit Dativ verwendet (“wegam Wind”), aber geschrieben wird Hochdeutsch, korrekt.

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