Texte fürs Blog

Wieder mal ein Vorurteil gekippt

Aus dem aktuellen Polizei-Newsletter:

Kriminelle Karriere auf Dauer – eine Illusion? Daten aus der längsten
Längsschnittstudie weltweit ausgewertet

Aus der längsten Längsschnittstudie wurden Daten über Straftaten von delinquenten männlichen Straftätern im Alter von 7 bis 70 untersucht. Dabei ging es um die Frage, ob es eine bestimmte Gruppe gibt, deren Kriminalitätsraten bei zunehmendem Lebensalter stabil blieben und ob individuelle Unterschiede hinsichtlich Kindheitsmerkmalen und Familienhintergrund langfristige Entwicklungen vorhersagbar machen. In beiden Hinsichten sind die Ergebnisse negativ: Die Verbrechensraten gehen für alle Gruppen früher oder später zurück, sogar bei aktiven Straftätern. Im Ergebnis ist es schwierig, wenn nicht unmöglich, das Begehen von Straftaten über die gesamte Lebensspanne mit Hilfe statistischer Lebenslaufdaten an Hand einer großen Bandbreite von Risikofaktoren aus Merkmalen bezogen auf Kindheit und Adoleszenz prospektiv zu identifizieren. Das "Modell krimineller Karriere" lässt sich gemessen an den individuellen Verläufen nicht halten. ^Quelle: Robert J. Sampson and John H. Laub: “Life-Course Desisters? Trajectories of Crime Among Delinquent Boys Followed to Age 70,” In: Criminology, Vol. 41 (3), August 2003, pp. 555-592.

[Info beruht auf dem Eintrag im Polizei-Newsletter, der wirklich sehr informativ ist und vom Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik, Polizeiwissenschaft Ruhr-Universität Bochum betreut wird].

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