Texte fürs Blog

Was ich nicht verstehe, ist,

dass fast alle Kommentatoren in Film, Funk, Fernsehen und Flogs von einer Mehrheit „links“ von irgendwas sprechen. Ich komme da gerade mal auf 8,7 oder 8,8 Prozent. Irgendwie hatte ich in Erinnerung, dass es da eine Partei gab, die hieß „Die Linke.PDS“ oder „Die Linkspartei. PDS“. Aber vielleicht irre auch ich nur allein.

Ich würde sowieso für eine Minderheitenregierung von FDP, Bündnis90/Die GRÜNEN und „Linkspartei.PDS“ plädieren. Dann könnten sich die sogenannten Volksparteien, CDU/CSU und SPD in der Opposition bewähren. Allerdings müsste dann sowohl Kirchhof Wirtschaftsminister werden und Schröder in die FDP wechseln. So unrealistisch wäre das gar nicht. Die SPD duldete den Kanzler (und hätte ihr Ziel erreicht) und die CDU hätte ihren Lieblingskandidaten für die Position auch dabei. Eine breite Mehrheit gewissermaßen. Irgendwie sieht diese Alternative noch niemand. Aber wir haben ja Zeit. Sogar die Zustimmung der Wirtschaftsverbände wäre sicher.

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Kommentare

janz einfach dat:

Union/FDP| Mitte |SPD/Grübe/Linke.PDS
rechts | Mitte | links ...äh... egal...
zus. 45 | Mitte | zus. 51,1

Rest Sonstige.
Mehrheit links.
äh rechts.
du weißt schon.

Das wird so immer gesagt, aber das stimmt doch gar nicht und schon gar nicht für die Wahl. Wenn es eine Mehrheit links gäbe, wozu dann der Zinnober. Ist denn vielleicht, das stünde zu vermuten an dann, die Linkspartei nicht links. Weil koalieren will die Linke doch mit der Linken dann auch nicht. Das verwirrt mich doch sehr.

Und alles umso mehr, als noch vor sieben Jahren alles sich in der Mitte drängelte. Da wollten alle Mitte sein. „Partei der Mitte“ selbst die SPD, vor allem die CDU. Die Rechnung ist doch altbacken und längst überholt.

Und noch nach 1991 wollte plötzlich schon gar niemand mehr „links“ sein außer der PDS. Links war doch Kacke, war doch tot, schon wegen Glasnost und Perestroika.

Ach Mist, jetzt fangte ich auch noch an zu argumentieren und historische Linien aufzuziehen. Die FDP war übrigens auch mal links und ist dies komischerweise sogar in Kernbereichen mehr als die Grünen. Schade finde ich es vor allem um Bündnis90, wirklich schade.

Ich würde nie ausschließen, dass es zu einem Zweckbündnis aus SPD, Grünen und Linkspartei.PDS kommen könnte — wie auch immer man dieses Zweckbündnis dann nennt. Der Kanzler muss ja dann nicht unbedingt Gerhard Schröder heißen.

Der Linkspartei traue ich das zu (die haben alle die marxistische Weiterentwicklung der Hegelschen Dialektik studiert) und die anderen beiden würden sicher gern mitspielen, sie haben nur noch keine gute Begründung gefunden. Wenn sich der Staub gelegt hat, wird man klarer sehen.

Ich finde Dialektik auch gut. Aber der Staub muss sich erst legen. Und ich fürchte, man sieht dann gar nichts mehr, weil die Sonne untergegangen ist.

Man konnte heute auf SPON gelesen, dass die ersten Abgeordneten der Linkspartei.PDS schon deutliche Signale senden, einen SPD-Kanzler wählen zu wollen. So schnell kann das gehen: erst kommt die Partei mit heftigster Kritik an Schröders Politik in den Bundestag und dann wählen ihn einige Abgeordnete doch wieder.

Ja, das ist unverständlich. Das muss Masochismus sein. Die Linke ist raus. Die will in den anderen Parteien keiner - außer Wowereit vielleicht. Vor allem wäre damit alles so wie vorher. Es gibt keine Kanzlermehrheit, denn Schröder ist ja schon mit eigener parlamentarischer Mehrheit eingeknickt. Im Bundesrat ändert sich da auch nichts. Es änderte sich gar nichts. Nichts.

Früher hätte man das partei-marxistisch als Taktik eingeordnet. Jemanden Wählen, um ihn dann umso hinterhältiger wegkrachen zu lassen; selbst wenn man dabei mitwegkracht.

Die Linken haben ihre partei-marxistischen Taktikspiele aus früheren Zeiten nie vergessen. Wir haben (relativ) unabhängige Abgeordnete, es kann also durchaus passieren, dass ein paar von der Linkspartei.PDS zur SPD wechseln. Es ist ja gestern oft genug gesagt worden: ein Bundestagsmandat ist etwas Feines, wenn man es hat. Das mag man nicht nach ein paar Wochen wegen Neuwahlen aufgeben ... Aber ich möchte Dir Dein schönes Blog nicht mit Politik verderben :-)

Hier ist nichts mehr zu verderben. ;-) Auch das sind ja nur Spekulationen. Denkbar ist vieles und vieles Undenkbare wird denkbar, wenn man das Nachdenken auslässt. Aber die von die erwähnte Alternative wäre natürlich Mandatsmord. Immerhin. Aber ich glaube mit dem geschundenen SPD-Haufen lässt sich wirklich kein Staat machen. Ich habe selten so ignorante Politiker gesehen wie momentan bei der SPD. Ich dachte immer, das wäre die Aufgabe von CDU und FDP gewesen.

Ein Problem mit der Denken-Hirn-Schranke unseres Organismus'. :-)

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