Texte fürs Blog

rbb - Dummheit und Zensurversuche haben einen Namen

rbb - der dümmste Sender Deutschlands™. Eine Justitiarin, die für die Einführung von Zensur ist. Dummheit darf nicht länger dokumentiert werden. Das Ganze Werk dokumentiert den öffentlich-rechtlichen Hirnriss.

Klar, das GANZE Werk führt kein Blog und deshalb interessiert sich auch diese bekloppte Bloggerwelt nicht für so einen Scheiß, zumal, wenn der „Kultur“ irgendwie zur Rede steht. Aber Scheiß drauf.

Ich überlege noch gerade, darf ich eigentlich sagen: „der dümmste Sender Deutschlands?“ Das klingt doch wie eine Tatsachenbehauptung. Die mag vielleicht sogar stimmen, aber sie ließe sich nur schlecht belegen - zumal dann, wenn man die Dummheit zukünftig offenbar nicht mehr dokumentieren darf. Dummheiten, die Gebührenzahler auch noch fördern.

Ich habe langsam wirklich die Schnauze voll von diesen selbstherrlichen Vertretern von öffentlich-rechtlicher Dummheit. Im Falle des rbb wüsste ich übrigens gerne, wie Herr Matejka dazu steht, oder Herr Detig?

Kommentare

Ich frage mich nach dem Überfliegen des Interviews gerade, in welchem Zusammenhang ein Satz aus einem Konzert von Georg Philipp Telemann mit einem Satz aus einem Hornkonzert von Richard Strauß stehen könnte. Ich würde das nicht im Abstand von wenigen Minuten hören wollen.

Himmeldonnerwetter, ich kann verstehen, dass die auf populäre Klassik angewiesen sind. Mit unbekannten Komponisten oder selten gespielten Instrumenten würde ich mich auch schwer tun, wenn ich auf die Quoten achten müsste. Aber ein barockes Konzert hat nun mal drei Sätze und keiner davon ist dafür gemacht, dass man ihn einzeln aufführt. Wenn die Redakteure das nicht mal bei den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi kapieren, was will man dann noch sagen?

Wenn Ihr mit diesen RBB- oder NDR-Leuten argumentiert: Nehmt mich als Beispiel für einen Laien. Ich bin Ingenieur und Computermensch. Ich kann kein Instrument so spielen, dass mir ein Publikum zuhören würde. Aber mir tut dieses Musik-Zerreißen weh. Und für einen echten Kenner muss das doch erst recht eine Quälerei sein!

Welches Publikum wollen die eigentlich damit ansprechen?

Lieber Stefan, vielen Dank für die Reaktion. Aber, du musst wissen, für solche gewöhnlichen Leute wie dich interessiert sich der Rundfunk nicht. Die interessieren sich nur für Zahlen, nicht für Menschen mit Ohren und was dazwischen. Für die bist du ein Spinner, wenn du so denkst und hörst. Dass es diesen Norm-Fall, den die vor Augen haben nicht gibt, weil die auch nichts von Varianz wissen und von so ganz vielem unbeleckt sind, damit muss man leben lernen wie mit so viel anderer Dummheit.

Mir ist da heute Mitscherlich eingefallen: „Dummheit wird gewünscht, wo nachweislich Information unterschlagen und Selbstentfaltung durch einschüchternde Tabus verhindert wird.“ (Über Feindseligkeit und hergestellte Dummheit).

wir bezahlen das doch.
im grunde genommen wäre eine renovierung dieses systems so einfach wie eine gesundheitsreform.
in allen bereichen des geschäftlichen lebens zählt die zufriedenheit des kunden, ist er zufrieden, dann kommt er wieder.
wenn ich das programm mag, zahle ich die gebühren und wenn mein knochenbruch gerade wiederhergestellt ist, zahle ich weiter meine kassenbeiträge, wenn nicht, dann suche ich alternativen.
mündige konsumenten werden das leben besser beeinflussen können als reformen, egal wo...

Schon immer die Klügsten und Besten: Die Menschen, die für „Programmkritik“ bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zuständig waren. Ich sach jetzt nix mehr, ich habe da Knebelverträge aus wüster Vergangenheit zu bedienen.

PS: Wo kein Blogdings da kein Blogsprech und so. Ich bin aber auch – offen gesagt – nur noch am Ausblenden von solchen Programmen grade weil da nur noch der Mainstream mit Appetithäppchen bedient wird. So ein paar Aida-Fetzen zum Gulaschkochen nebenbei oder was Nettes aus der Zauberflöte beim Staubsaugen.

Für mich spielt der Rundfunk eine immer weniger bedeutende Rolle. Vor zwanzig Jahren war es die einzig vernünftige Form, einigermaßen gut recherchierte Informationen zu erhalten. Sowohl was Nachrichten und andere Programminhalte anging. Damals waren auch die Programme der Kultur noch beflügelt vom Geist des Aufbruchs. Man diskutierte „Postmoderne“ und plötzlich ging es: In einer Sendung Blind Idiot God, Harry Partsch, Ligeti und Anthony Braxton zu hören.

Alles ging auf Öffnung. Mittlerweile geht es wieder auf Dichtung. Abdichtung, Abschottung, Kundenbindung, Konsumentenforschung. Der Funk verhält sich wie eine Fabrik. Konsequent wäre es, er würde die sog. Kulturprogramme rauswerfen. a) weil sie es sowieso kaum noch sind und b) aus ökonomischen Gründen. Das gesparte Geld kann er in den Lizenzerwerb von Übetragungsrechten im Sport nutzen (auch wenn es nicht weithilft) oder für Spitzenmodrationskräfte wie Beckmann und Kerner und für die Spülkräfte von Bios Küche. (Am besten 1-Euro-Jobber oder Spargelernter).

Nase: Das sehe ich anders. Zufriedenheit von Kunden geht bei Produkten klarer Struktur. Auto, Fotolabor, Provider. Aber sowas versagt in Bereichen gesellschaftlichen Gemeinvermögens wie Kultur und Bildung oder auch Fürsorge. Wer ist denn der Kunde einer Schule? Der Schüler, die Eltern, die Fabrik, die Universität, die Politik, die Arbeitsagentur? Und: Wie misst man Zufriedenheit? Und wer misst das?

Und „mündiger Konsument“ - so ein Wortungetüm. Statt Erziehung zur Mündigkeit jetzt Erziehung zum mündigen Konsumenten? Normalerweise bin ich nur ganz selten Konsument.

Es ist doch eher so: Mündigkeit muss man sich auch erstmal leisten können. Es ist schließlich so bequem, unmündig zu sein, meinte schon Kant. „Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen.“
[Immanuel Kant: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?. DB Sonderband: Kant: Werke, S. 1693 (vgl. Kant-W Bd. 11, S. 53)]

Aber all das werde ich bald mal in einer Rede an die Menschen und die Deutschen insbesondere zusammenfassen.

@Buster: Beim Gulaschkochen und Staubsaugen würde ich mir keine wertvolle Musik anhören. Beim Programmieren oder beim Schreiben meiner Fachtexte tue ich es aber — und schäme mich dessen auch nicht ;-)

Natürlich passt da die Zauberflöte nicht, weil man sich darauf schon konzentrieren sollte. Aber es gibt sehr viele Werke aus Barock oder Klassik, die damals als „Gebrauchsmusik“ gedacht waren.

Nun würde ich von einem ÖR-Sender erwarten, dass er seinem Kulturauftrag nachkommt: nämlich mir, dem Laien, bestimmte als wertvoll eingestufte Werke näherzubringen. Ein Kultursender soll dabei gern auch moderne Musik einsetzen.

Aber wenn der Sender meinen Appetit stilvoll stillen will, dann darf er mir als Gast kein lustlos tranchiertes Stück Fleisch anbieten, das aus drei Metern Entfernung auf den Teller geworfen wird. Davon werde ich vielleicht körperlich satt, aber mein Geschmack ist beleidigt.

Stefan, sag jetzt bitte nicht, dass wir künftig unterscheiden wollen zwischen wertvoller und wertloser Musik und zum Gulaschkochen und Staubsaugen nehme man dann die wertlose, zum Programmieren und Schreiben hingegen die wertvolle?

Huflaikhan, danke für den Kommentar zur veränderten Bedeutung des Rundfunks für Dich, bei mir ging vieles sehr ähnlich vor sich. Zwischenzeitlich geht es in der Tat nur noch ums Befestigen und Arrondieren, da wagt keiner in den Kulturprogrammen noch viel Neues, während er nach der (Randgruppen-)Quote schielt. Stellen und Mittel werden dennoch weiter gestrichen. Hörfunk ist Bildungsbürgermaschine, Häppchenweise die Best of Classics und a bisserl André Rieu-Schmäh geht auch immer. Ich gebe dir recht: Abschalten wäre konsequenter und besser. Es wird aber, fürchte ich, so kommen, dass die Kärners und Beckmenner demnächst auch hier einsteigen und ein lustiges Potpourri draus matschen werden.

Man kann es ja drehen, wie man will. Würde man den öffentlich-rechtlichen die Legitimation für das Senden „kultureller“ Inhalte vorenthalten, bräche das System des Gebühreneinzugs zusammen. Und damit der öffentlich-rechtliche insgesamt.

An sich finde ich das nicht gut. Aber manchmal richtet man sich selbst durchs Verhalten. Ich habe auch nichts gegen das Bildungsbürgerliche. Bind ja selbst ein Teil dessen. Ich muss noch etwas nachdenken.

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