Texte fürs Blog

Bildkomposition vor Maritim WM 2006? Berlin

Als ich einmal musste, war dort:

Vorfahrt

Es handelt sich wieder einmal um ein Meisterwerk echt deutscher Stillleben-Fotografie. Das rührt von der Mischung der Ständerfarben (gold) in Zusammenhang mit Auto (silber) und der Tiefe (links, schwarz) her, die farb- und formsymmetrisch gebrochen vervielfacht wird durch die einzigartige Fluchtlinien-Struktur, vor allem in der rechten Bildhälfte. Diese Strenge wird verstärkt durch die metrischen, ich möchte fast sagen, mystischen Schnitt des Autos, welches Senkrecht zur Flucht der Vorfahrt verweist.

So wäre es nur ein verdammt gutes Bild, zu einem genialen wird es durch die Verwendung des schlichthaft Runden in Form des Balles, der quasi das Bildzentrum der Mercedes-Spitze, dialektisch in sich aufhebt und bricht. Er scheint fast zu tänzeln auf der harten Haube der Realität der Wirtschaftsmacht.

Dem korrespondiert optional, fiktional und diametral, wo nicht gar postpositionell, der kleine Müllhaufen am Straßenrand, seinerseits Einspruch erhebend für die Gesamtheit der Unterdrückten der Menschheit, die dem Unwesen der streng getakteten Lebenswelt (die sich verdichtenden Laternen) sich unterordnen müssen und doch nur Randfiguren, an der Grenze zur Beduetungslosigkeit in einer Zeichenwelt aus Ver-Zeich-Nungen sind und ist, wo nicht wäre.

Diese Rhythmusverschärfung macht aus einem schlichten Foto ein ästhetisch hinreichend durchdrungenes Kunstprodukt.

In ihm sind Faszination und Imagination gleichsam verwirkt, Kritik und Krise bis zur Kenntlichkeit retouchiert. Ein Meisterwerk, welches Sie, meine lieben Blogleser auf der ganzen Welt ganz kostenlos zur Ansicht erhalten. Sozusagen als mein Dank an die Menschheit für ihre Freiheit, sich selbst bestimmen und wählen zu können, als das bessere Leben, welches alle wollen, aber keiner kann.

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