Texte fürs Blog

Improvisationskunst

Es gibt eine Eigenart, die vor allem im deutschen Westen wenig heimisch geworden ist. Das Umgehen mit nicht Vorhersehbarem. Wenn mal etwas nicht so funktioniert, wie es in der Bedienungsanleitung steht. Wenn ein Fehler auftritt, der an sich nicht kritisch ist.

Es gibt da genug Exemplare der Menschheit, die dann in einen unglaublichen Stursinn verfallen. Die drücken so lange auf den Knopf, bis er eben trotzdem nicht funktioniert. Und dann? Dann wird nochmal darauf gedrückt.

Dem nah verwandt sind diejenigen, wenn es nicht sogar dieselben sind, die zweifellos sich mit dem Gegenstand des Ungenügens nur oberflächlich auseinander gesetzt haben. Man sieht es dann beim Kochen, wo man alles so ungefähr machen will und alles im Gefühl zu haben glaubt. Oder beim Einrichten irgendwelcher blöder Accounts für Irgendwas - der berüchtigte Outlook-Express-Idiot. Das muss doch gehen. Bei allen anderen geht es doch aus. Niemand liest Gebrauchsanweisungen, niemand bittet das Programm um Hilfestellung.

Es sind dies zwei Seiten der gleichen Medaille. Was mich nur wundert, ist, dass dies Phänomen eines ist, was selbst sich zum Gegenstand hat. Man läuft dann nicht einmal gegen die Wand, sondern zweimal, schlimmstenfalls immer.

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