Texte fürs Blog

Blähungen der Politik

Ich weiß nicht genau, seit wann und warum ich den Newsletter der Bundesministeriums für Gesundheit und anderes abonniert hatte. Vielleicht, weil ich schnell informiert sein wollte, um die neuesten Unmöglichkeiten zu lesen? Oder schlicht weil ich BMG für die Bertelsmann Music Group gehalten hatte? Egal. Denn heute lese ich mit Freude:

Ulla Schmidt: Verringerte Krankenkassenbeiträge stärken den Konsum

Ulla Schmidt: "Die Regierung handelt in der Krise schnell und konsequent. Die Erhöhung der Steuermittel für die gesetzliche Krankenversicherung um sechs Milliarden Euro stärkt zusammen mit steuerlichen Entlastungen den Konsum."[Quelle]

Und dann soll mir dieses Ministeriums noch einmal etwas von Statistiken oder evidenzbasierter Medizin erzählen. Konsum von was und wie. Aber ja, kann schon sein, dass ich es mir nun eher leister kann, die Quartalsgebühren für Arztbesuche zu leisten. Und kann schon sein, dass ich mir jetzt den einen oder anderen Burger mehr reinschiebe. Oder mal wieder in die Eckkneipe, ordentlich eine durchziehen.

Die Absenkung des Mehrwertseuersatzes brächte wirklich mehr. In Sachen Konsum, etc. Nicht diese läppischen 0,6 Prozent von sowieso nicht viel.

Thema: 

Kommentare

Was die Einstufung der Meldungen dieses Ministeriums betrifft, gebe ich Dir recht. Ein ganz besonders großer Blödsinn ist Frau Schmidts Aussage zur Wirkung auf die Kaufkraft der Bürger.

Die Folgen ihrer Politik führen gerade dazu, dass bestimmte Fachärzte feststellen: Uns werden trotz des erhöhten Einheitsbeitragssatzes die Honorare gekürzt. Sie stellen das nicht nur fest, sie schalten auch gleich mal fleißig Anzeigen in den lokalen Zeitungen. Allerdings scheinen hier auch die KVen einen Teil der Schuld zu tragen.

Widersprechen muss ich Dir aber bei »0.6 Prozent von sowieso nicht viel«. Bei mir hat die Erhöhung der Beiträge auf den Einheitssatz eine Anhebung von deutlich mehr als 50 Euro gebracht; ich bin freiwillig versichert und in keiner »Billigkasse« (sie hatte einen durchschnittlichen Beitrag und hat einen halbwegs anständigen Ruf). Da bin ich über jede kleine Entlastung froh.

Die 0.6% beziehen sich auf das Brutto-Einkommen und die Entlastung halbiert sich AFAIK zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Ich weiß es nicht genau, was es bei mir ausmacht. Ich war eher auch in einer nicht billigen Kasse. Für mich ist es ärgerlicher, dass jetzt die Möglichkeit beendet worden ist, sich höher zu versichern, um früher in den Genuß von Krankengeld zu kommen.

Wie auch immer, ich bin vielleicht nicht typisch für den Normalverbraucher, vielleicht aber doch. Eigentlich interessiert mich das alles nicht. Das hat eben Schwankungen, mal zahlt man mehr, mal zahlt man weniger. Ich finde es ziemlich affig, diese Kleinigkeiten, die bestimmt insgesamt dann einges ausmachen, so hoch zu hängen. Mir wäre es es durchaus lieber, das Geld würde sofort in die Sanierung von Schulgebäuden investiert, anstatt dass ich mir pro Monat drei Döner, eine Packung Zigaretten ... mehr kaufen kann.

Konsum kann es doch nicht sein, weswegen man eine Gesellschaft begründet.

Die Möglichkeit gibt es wohl bald wieder. Im Prinzip soll die alte Regelung wieder eingeführt werden, haben CDU/SPD vor etwa zehn Tagen beschlossen. Der Gesetzentwurf ist aber noch nicht beschlossen.

Affig ist es, die Änderungen so hoch zu hängen, da hast Du recht. Aber jede Entlastung ist willkommen, auch wenn mir der Sinn eher nicht nach Dönern und Zigaretten steht ;-)

Okay, ein gutes Buch schadet ja auch nichts. Oder mal wieder bei 2001 etwas durchforsten. Friedell gibt es wohl gerade günstig, oder gab es.

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