Texte fürs Blog

„Leere ist Verbrechen“ - Ornament ist Leben

Vielleicht sollte man sich doch gelegentlich mal wieder orientieren. Auch wenn es keinen Spaß verspricht. Die schnellen Medien erzeugen einen Rausch. Plötzlich kann man überall dabei sein. Überall mitreden. Überall wird exponiert, geredet, abgebildet. Die Präsenz ist die Existenz. Wer nicht da ist, existiert nicht. Und es gibt kein zurück.

Und so wird jeder gewonnene Zeitraum zu einem Zeitraum, der Besetzung verlangt. Es darf keine freie Wiese geben in der einmal nichts geschieht. Denn das, so könnte man denken, lässt nur Raum für andere.Eine moderne Spielform des des Kolonialismus, der aber nun gegen einen selbst oder gegen andere geht. Der Raum, den man freiräumt, bleibt nicht frei. Er muss besetzt werden. Es scheint geradezu eine Art innerlicher Antrieb vorhanden zu sein. Der wird immer ehrgeiziger. Die Nichtnutzung scheint zum Verbrechen zu werden.Wurde einmal - unter anderen Vorzeichen - das Ornament als Verbrechen gegeißelt, weil es von der "Sache" ablenke und damit eine andere Form der Nutzungsverschwendung der ästhetischen Ressourcen bedeutete, so hat es heute neue Konjunktur. Das Ornament ist die Maschine, die uns unsere freien Räume belegt. Das Ornament des Geistes. Das Ornament des Redens. Das Ornament des Lebens.All das hat seine Notwendigkeit, sonst wäre es anders - die Macht, die das Ornament über uns ausübt, gibt uns die Chance, an uns vorbeizuschauen. Diese Notwendigkeit ist nicht legitimiert. Das Promi-Dinner besetzt den Platz, den man freiräumte und mit dem man dann nichts anzufangen weiß.Das registrieren auch all die Education-Projekte im Ästhetischen. Darum nur gibt es sie: Sie räumen auf und besetzen zugleich. Sie windeln und pampern. Sie halten uns infantil.

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