Texte fürs Blog

Bedrohliches / Ignorantes / Unverantwortlichkeit

In letzter Zeit haben sich die Schwierigkeiten beim Betreiben eines aufklärerischen Blogs doch sehr aufgetürmt - hier nicht, weil die Kritische Masse eh keiner mehr kennt. Nicht das erste mal hat man einen Anruf, ein paar pampige Mails zu einem Thema erhalten, das man so veröffentlicht hat. Darauf zu verweisen sollte man nicht, es sei „für beide nicht gut“. Dann wird einem auch mal gern erklärt, wie man seine Arbeit zu tun habe, was man thematisieren dürfe und was nicht. Manchmal geschieht das direkt, öfter auch hintenrum.

Das ist eben Journalismus. Da gerät man schon mal ins Kreuzfeuer. Und muss sich üble Worte anhören. Auch wenn einem immer wieder gesagt wird, die bellen ja doch nur, kann man sich heute doch nicht so ganz sicher mehr sein. Doch was bleibt einem denn übrig: Unter den Tisch kehren, anderen Leuten die Arbeit machen, für die die sonst mit einem Honorarauftrag versehen könnten?

Ich habe das schon so häufig gehört: Da hätten Sie doch einfach mal anrufen können oder mailen oder einen Briefschreiben; Telegramm? Fax? An sich bin ich ein absoluter Freund der schnellen Kommunikation. Aber auch nicht immer – und auch nicht dann, wenn daraus eine Bevorzugung erfolgt. Und schon gar nicht dann, wenn die zu kritisierende Institution selbst mit hohem moralischen Anspruch agiert. 

Im Moment spüre ich eher umgekehrt, dass einem auch noch Höflichkeit und Zögerlichkeit als Zeichen der Schwäche ausgelegt wird. So nach dem Motto, wenn der schon so vorischtig ist, ist es besser, ihm gleich eine draufzugeben. Das sind dann gerne die Personen, die sich selbst mit der Institution gleichmachen. Menschen sind mir sympatischer als Institutionen.

Aber auch anderes hat sich sehr verändert. Die Menschen sind immer seltener mit der Fähigkeit ausgestattet, sich zu entschuldigen. In jeder Entschuldigung wird gleich ein Vorwurf mitgeliefert. „Es tut mir leid, aber ich war betrunken,“ oder ähnliches. Niemand nimmt mehr Verantwortung für sich selbst auf. Immer ist jemand anderes für einen verantwortlich. Denn für die eigene Unverantwortlichkeit kann man nicht verantwortlich sein. Logisch.

„Ich verliere meinen Job und Du bist daran Schuld, weil Du einen Fehler in meiner Tätigkeit gefunden hast.“ Prügeln, bitten, drohen – alles in einem.

Und was lernt das einem: Besser stille zu sein?

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