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GEMA schützt ihre Urheber - andere sind ihr einigermaßen egal

GEMA: Wir kosten was, brauchen aber kostenfreies Material. Urheber gibt es in zwei Klassen. Die, die man gegen die böse Welt schützen will und die, die einem egal sind.

Peter Michael Hamels Arbeitsplatz. Foto: Hufner

Neulich habe ich eine Mail der Redaktion "virtuos" - der Mitgliederzeitschrift der GEMA – erhalten. Darin fragte man an, ob man ein Foto von Peter Michael Hamel verwenden dürfe, das ich einmal während einer taktlos-Sendung gemacht hatte. Das ist gut und nett. Man bittet um die Erlaubnis des Nachdrucks und die richtige Form der Fotografennennung,  also, wer machte das Foto. Eine Tanja F. wurde dann präziser:

Hierfür sind wir auf der Suche nach einem passenden, kostenfreien Foto.

Das Ansinnen ist ja nicht für sich falsch sondern freundlich und nicht ungewöhnlich. Natürlich darf man das fragen. Nur, ob es besonders geschickt ist, die eigene Klientel vor nicht lizenzierter, kostenloser Nutzung zu schützen, andere das aber mal abzufragen, ist nicht so recht einzusehen für eine Organsisation, die sich selbst als Inkassounternehmen versteht und nicht als Samariter. Es wirkt unglaubwürdig.

Urheber schaden Urhebern solange man sich nicht selbst schadet. 

Ich habe der Redakteurin meine Verwunderung mitgeteilt und bin in bester Erwartung eines sicher sehr fairen Angebots von ihrer Seite. Ebenso von der Pressestelle der GEMA. 

PS: Lieber Peter Michael Hamel, für deinen Geburtstag hätte ich das Foto natürlich auch so rausgerückt. Aber du bist ja selbst Urheber und muss von deiner kompositorischen Arbeit wenigstens zum Teil leben.

PPS: Was liest man da in der Ankündigung der letzten virtuos? „Respekt vor dem schöpferischen Akt als solchem?“

In Zeiten, in denen immer wieder Forderungen nach einer Einschränkung bis hin zu einer völligen Abschaffung des Urheberrechts laut werden, setzt der Deutsche Musikautorenpreis ein wichtiges Zeichen: „Denn er ist nicht nur Ausdruck der Solidarität innerhalb der GEMA“, so Dr. Harald Heker, der Vorstandsvorsitzende der Verwertungsgesellschaft, bei der diesjährigen Preisverleihung im Berliner Hotel Ritz-Carlton, „sondern auch ein Symbol des Respekts vor dem schöpferischen Akt als solchem.“ (Quelle)

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